Suche nach Steinzeitdorf in Sachsen-Anhalt

4. Jänner 2004, 20:25
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Ausgrabungen in der Nähe des Sonnenobservatoriums Goseck sollen demnächst starten

Halle - Neben dem im Sommer entdeckten ältesten Sonnenobservatorium Europas in Goseck in Sachsen-Anhalt vermuten Archäologen ein noch unbekanntes jungsteinzeitliches Dorf. "Anzeichen für eine Siedlung sind hunderte etwa 7000 Jahre alte Stücke, die beim Absuchen des Feldes gefunden wurden", sagte der Leiter des Instituts für Prähistorische Archäologie der Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg, Francois Bertemes. Neben Tonscherben wurden Pfeilspitzen, Klingen und Schaber aus Stein entdeckt.

"Das Dorf wird demnächst freigelegt", kündigte Bertemes an. "Wir gehen davon aus, dass in Goseck vor 7000 Jahren ständig etwa 150 Menschen in etwa zehn Langhäusern lebten. Diese Menschen kannten bereits Zirkel und rechten Winkel, aber noch nicht das Rad." Sie hätten eine Fruchtbarkeitsreligion verbunden mit kultischen Menschenopferungen praktiziert. Mit dem Sonnenobservatorium, einer ringförmigen Palisadenanlage mit drei Toren, konnten die Steinzeitmenschen nach Einschätzung der Archäologen die Wintersonnenwende am 21. Dezember exakt bestimmen. (APA/dpa)

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    Goseck ist das älteste zweifelsfrei nachgewiesene Sonnenobservatorium Europas

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