Tafelspitz und Schnitzel sicher

1. Jänner 2004, 21:14
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In Österreich gewährleisten lückenlose Tests gesundes Rindfleisch

"Gott sei Dank haben wir diese Tests - sie haben das Vertrauen der Konsumenten gestärkt und sie haben bewiesen, dass man sich bei uns keine Sorge um das Rindfleisch machen muss," sagt Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch im Gespräch mit dem STANDARD.

Der Agrarfunktionär weiß, wie sensibel Konsumenten auch nur auf den Verdacht eines Agrarskandals reagieren: "Einmal hat eine leichtfertige Äußerung der damaligen Konsumentenschutzministerin über Hormone im Fleisch die Konsumenten so verunsichert, dass den Rinderbauern ein Schaden von 200 Millionen Schilling (14,53 Millionen Euro) entstanden ist," erinnert sich Grillitsch.

Dabei werden die strittigen Hormone in Österreich gar nicht eingesetzt - und Hormonfleisch wird auch nicht eingeführt. Positiver Nebeneffekt: Tafelspitz und Schnitzel enthalten auch keine BSE-Erreger. US-Beef wird eben wegen der Hormonbehandlung nicht nach Österreich eingeführt. Überhaupt liegt in Österreich die Inlandsversorgung mit Rindfleisch bei 153 Prozent - wo es keine Fleischimporte gibt, ist auch die Gefahr von amerikanischem oder sonst wo herstammenden Rinderwahn gebannt.

Für die heimischen Bestände gilt laut Grillitsch: "Bei uns wird jedes einzelne geschlachtete Rind, das über 30 Monate ist, getestet." Betroffen sind davon sämtliche Kühe, die für die Milchproduktion zu alt geworden sind oder die in der Mutterkuhhaltung eingesetzt waren. Allein heuer hieß es bis 1. Dezember bei 206.443 Proben "negativ", bei keiner einzigen "positiv".

In Österreich hat es nur ein einziges Mal - im Jahr 2001 - einen BSE-Alarm gegeben. Damals konnte das infizierte Tier aufgrund der Ohrmarke identifiziert, die Herkunft (aus Tschechien) geklärt und die mögliche Gefährdung unterbunden werden. Erst in diesem Dezember ist vereinbart worden, dass die Kosten der BSE-Tests (bis zu 40 Euro pro untersuchter Probe) weiterhin von der öffentlichen Hand getragen werden - die Kosten müssen nach einem noch auszuhandelnden Schlüssel zwischen Bund und Ländern geteilt werden.

Europaweit ist der Rinderwahn in den letzten Jahren deutlich zurückgedrängt worden. Gab es 1999 noch 2937 Fälle, so waren es im Vorjahr nur noch 1982. Heuer wurden dem Internationalen Tierseuchenamt bis 26. September (jüngste Zahlen laut österreichischer Veterinärverwaltung) erst 920 Fälle gemeldet. Die meisten BSE-Fälle treten nach wie vor in Großbritannien auf. (DER STANDARD, Printausgabe, 27./28.12.2003)

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