"Fucking" und "shit" sind nicht strafbar

2. Jänner 2004, 11:53
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US-Komiker Lenny Bruce 37 Jahre nach seinem Tod rehabilitiert - Wegen Obszönität verurteilt

New York - Mehr als 37 Jahre nach seinem Tod ist der einst wegen Obszönität verurteilte US-Komiker Lenny Bruce jetzt offiziell begnadigt worden. Dass Bruce in seinen Shows unzählige Male "fucking" und "shit" sagte sowie derbe Sex-Witze über bekannte Persönlichkeiten riss, sei nicht strafbar gewesen, befand jetzt der Gouverneur des Bundesstaates New York, George Pataki, wie die "New York Times" am Mittwoch berichtete. Die Redefreiheit gehöre zu den amerikanischen Grundwerten, die das Land auch im "Krieg gegen den Terrorismus" verteidige, erklärte Pataki bei dem posthumen Begnadigungsakt.

"F-Wort" mal hundert

Bruce war 1964 während einer Show im New Yorker "Cafe Au Go Go" festgenommen worden, nachdem Undercover-Polizisten mehr als 100 Mal das "F-Wort" gezählt hatten. Ein Gericht verurteilte ihn zu vier Monaten Gefängnis. Der Haftstrafe entzog sich Bruce, in dem er den Staat New York verließ, jedoch bekam der Gebrandmarkte keine Engagements mehr. 1966 starb er im Alter von 40 Jahren als gebrochener Mann an einer Überdosis Morphium.

Bruce rückhaltlose Komik hatte auch vor der US-Präsidentenfamilie oder kirchlichen Würdenträgern nicht Halt gemacht. Er gilt als Bahnbrecher für Bühnen- und Filmkomiker wie Eddie Murphy. Für seine Rehabilitierung hatten sich zahlreiche Entertainer eingesetzt, unter ihnen Hollywood-Star Robin Williams. (APA/dpa)

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