HVB-Chef Rampl beim Hürdenlauf

2. Jänner 2004, 09:38
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Konzernumbau nicht zu Ende

München - Auch ein Jahr nach seinem Amtsantritt und nach einem radikalen Konzernumbau sieht sich HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl noch lange nicht am Ziel. Wenn seine Aufgabe ein 3000 Meter-Hürdenlauf sei, dann habe er vielleicht gerade einmal 1000 Meter hinter sich, ist der 56-Jährige überzeugt. Dennoch ist ihm in seinem ersten Jahr gelungen, was ihm nur wenige in der Branche wirklich zugetraut haben: Trotz weiter bestehender Risiken kann die HypoVereinsbank (HVB), Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), vorsichtig zuversichtlich ins neue Jahr gehen.

Zurückzuführen ist dies vor allem auf die radikale Schrumpfkur, die Rampl der Münchener Großbank verordnet hat.

"Die Bank stand am Abgrund"

Rampls Vorgänger Albrecht Schmidt hatte sich vor einem Jahr mit dem ersten Verlust in der Konzerngeschichte in den Aufsichtsrat verabschiedet. "Die Bank stand am Abgrund", sagt Konrad Becker, Analyst bei der Privatbank Merck Finck. Rampl habe beim Amtsantritt angekündigt, eine weitere Herabstufung der Bank durch die Rating-Agenturen verhindern zu wollen, die Konzernstruktur zu vereinfachen und die neue Bank in die schwarzen Zahlen zurückzuführen.

Der Aktienkurs hat sich seit dem Frühjahr jedenfalls verdreifacht. Ohnehin sind sich aber die meisten Experten einig, dass die HypoVereinsbank bei der anstehenden Branchenkonsolidierung eine entscheidende Rolle spielen werde. Entweder werde das Drei-Säulen- Modell aufgebrochen und es beginne ein Übernahmekampf um die großen Sparkassen. Oder, was wahrscheinlicher ist, es kommt doch noch zu Zusammenschlüssen zwischen den großen privaten Kreditinstituten. Eine Ehe von HVB und der Commerzbank gilt dabei weiter als die wahrscheinlichste Variante. (DER STANDARD Printausgabe, 24./25./26.12.2003, dpa)

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