"Rudi 1" muss blechen

8. Jänner 2004, 17:23
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Wunschkennzeichen müssen erneut bezahlt werden - Die elektronische Maut wird eingeführt - Schnelle Bahn in den Osten kommt

Um weiterhin als "Mausi 1", "Rudi 1" oder "Fesch 6" unterwegs sein zu können, müssen Autofahrer 190 Euro auf den Tisch legen. Die Wunschkennzeichen laufen 2004 aus und müssen für die kommenden 15 Jahre erneuert werden. Mit sechs Jahren Verzögerung wird das Lkw-Roadpricing eingeführt, Bodenmarkierungen im Fließverkehr müssen weiß sein, "rubinrot" ist die Vignette für das Jahr 2004.

Fünf Jahre früher als eine EU-‑ Richtline vorschreibt, werden in Österreich schwefelfreie Kraftstoffe eingeführt. Diese sind um einen (Benzin) bzw. zwei (Diesel) Cent pro Liter teurer.

Mit sechs Jahren Verzögerung wird 2004 das Roadpricing für Kfz ab 3,5 Tonnen Wirklichkeit. 340 Mautstationen und -balken sind auf den rund 2000 Kilometern Autobahnen und Schnellstraßen bereits installiert. Auch für Wohnmobile über 3,5 t muss die elektronische Maut bezahlt werden. Durchschnittlich 22 Cent pro Kilometer Fahrt im hochrangigen Straßennetz werden rund 600 Millionen Euro jährlich für den Ausbau der Straßen-Infrastruktur einbringen.

Nach fast zehnjähriger Übergangsfrist müssen 2004 alte Tempo-Verkehrszeichen mit dem Zusatz "km" entfernt sein.

Ab Jahreswechsel müssen alle Boden- markierungen für den Fließverkehr weiß sein. Ausnahmen sind Markierungen für wissenschaftliche Experimente wie rot-weiß-rote Zebrastreifen oder orangefarbene Baustellen-Markierungen. Gelb sind nur noch Zickzacklinien für Parkverbote, Markierungen in Kurzparkzonen bleiben blau.

Erst im Laufe des kommenden Jahres soll die Mindestversicherungssumme in der Kfz-Haftpflicht von derzeit 1,09 Millionen Euro auf drei Millionen Euro angehoben werden.

Der ÖBB-Fahrplan für 2004 (bereits seit 14. Dezember in Kraft) bietet neue Zugverbindungen im Ostverkehr, das "CityStarTicket", mit dem diese Fahrten um 25 Prozent ermäßigt sind, eine Ausweitung der "Jugendferiennetzkarte" auf‑ die EU-Beitrittsländer und günstige Schnupperangebote für Autoreisezüge.

Neue, schnelle Direktverbindungen führen nach Zagreb, Budapest, Prag und Kosice. Im Nahverkehr ist der Taktfahrplan nach Györ, Slwakei und Sopron eingerichtet.

Für entgangene Urlaubsfreuden gibt es Ersatz, das sieht eine Änderung im Reiserecht vor. Hat der Reiseveranstalter einen erheblichen Teil der vereinbarten Leistung schuldhaft nicht erbracht, haben Urlauber ab 2004 Anspruch auf angemessenen Ersatz der "entgangenen Urlaubsfreude" – auch für "immaterielle" Schäden wie zum Beispiel den fehlenden Erholungswert. (red, APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.12.2003)

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    Auch "Rudi 1" muss erneut zahlen

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