Küberl warnt vor dem "Armutsrisiko Nummer eins"

5. Jänner 2004, 15:29
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Caritas-Präsident: Arbeitslose nicht an den Rand drängen

Wien - Eine "gemeinsame Kraftanstrengung aller Verantwortlichen", damit die Langzeitarbeitslosen nicht an den Rand gedrängt werden. So lautet der Weihnachtswunsch von Caritas-Präsident Franz Küberl. Im November sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 70 Prozent gestiegen: 21.817 Menschen waren im November länger als ein Jahr arbeitslos. "Langzeitarbeitslosigkeit ist das Armutsrisiko Nummer eins", sagte Küberl am Dienstag laut "Kathpress": "Je früher diese Menschen wieder im Arbeitsprozess integriert sind, desto größer sind ihre Chancen, nicht in die materielle und immaterielle Armut abzurutschen".

Wie ein Krebsgeschwür

Arbeitslosigkeit lasse sich mit einem Krebsgeschwür vergleichen: "Je länger jemand davon befallen ist, desto mehr breitet es sich aus", stellte der Caritas-Präsident fest: "Arbeitslosigkeit verändert die Menschen, manche verlieren ihre Tagesstruktur, das Gefühl für ihre Fähigkeiten und Belastbarkeiten. Nach einiger Zeit können viele ihre Ressourcen nicht mehr entsprechen nützen". Die Erfahrungen der Caritas zeigten, dass Arbeitslosigkeit materiell eine Zeit lang verkraftbar sei, eine längere arbeitslose Periode aber das "Sinngehäuse des Lebens zerstört und sehr oft in die akute Armut führt". Er wünsche sich, "dass wir die Fähigkeiten, Talente und Charismen dieser Menschen nicht vergeuden", so Küberl. (APA)

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