Uniqa übernimmt Mannheimer Holding

2. Jänner 2004, 09:38
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Die zu Raiffeisen gehörende Uniqa-Versichrung versorgt die deutsche Mannheimer Holding mit ausreichendem Eigenkapital

Wien - Im September wurde die Lebensversicherung der Mannheimer Holding unter die Aufsicht von Proector gestellt, eine Auffanggesellschaft der Branche für notleidende Lebensversicherungen. Das wurde notwendig, weil sich die Lebensversicherung mit Aktiengeschäften verspekulierte.

Nun zahlt die Uniqa an Protector eine Abschlagszahlung von 25 Mio. Euro, gibt der Mannheimer Holding die, defacto nur mehr aus der Sachversicherung besteht, eine Kapitalzufuhr von 79,5 Mio. Euro und wird damit Mehrheitseigentümer der gesunden Sachversicherung.

Die zu Raiffeisen gehörende Uniqa Versicherung, mit unter 20 Prozent bisher größter Einzelaktionär der Mannheimer Versicherung hat dieser damit die notwendige Kapitalspritze gewährt. Durch eine Kapitalzufuhr in Höhe von 79,5 Mio. Euro wird der Uniqa-Anteil an Mannheimer auf 87,16 Prozent erhöht, teile Uniqa am Dienstag mit.

Sanierungskonzept

Für die Mannheimer-Gruppe ist ein Sanierungskonzept geplant. Heuer erwartet die Mannheimer einen Verlust von knapp 200 Mio. Euro, nach minus 50 Mio. Euro im Vorjahr. Daher soll nun das Grundkapital der deutschen Assekuranz zur Verlustabdeckung nominell von derzeit 25,805 Mio. Euro um 15,725 Mio. Euro auf 10,08 Mio. Euro herabgesetzt und danach via Barkapital im Ausmaß von nominale 53,0 Mio. Euro zu 1,50 Euro/Aktie Bezugspreis erhöht werden, womit Mannheimer 79,5 Mio. frisches Eigenkapital zufließen.

Bestandteil des Konzepts ist auch, dass die Mannheimer AG Holding das von der Auffanggesellschaft Protektor Lebensversicherungs-AG gewährte Darlehen - im Ausmaß von 210 bis 230 Mio. Euro - durch Zahlung eines Betrages von 25 Mio. Euro ablöst. Dafür verzichtet Protektor endgültig auf den verbleibenden Rest des Darlehens.

Diese Vereinbarung erfordert, dass Uniqa mehr als 75 Prozent der Stimmrechte und des Grundkapitals der Mannheimer AG Holding erreicht. Der geplante Deal bedarf noch kartellrechtlicher Genehmigungen. (DER STANDARD Printausgabe, 24./25./26.12.2003cr, APA)

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