Integrativer Journalismus

5. Jänner 2004, 09:27
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ÖVP-Behindertensprecher Huainigg präsentierte Ergebnisse der Studie

Wien - Sprache kann diskriminierend sein. Besonders Menschen mit Behinderung wissen das. Kein Mensch sei an den Rollstuhl gefesselt und es sei auch falsch, von Mongoliden, Blinden oder Tauben zu sprechen, stellte Franz Josef Huainigg, ÖVP-Behindertensprecher, am Dienstag in einer Pressekonferenz fest. Dabei wurden Bemühungen um einen "integrativen Journalismus" präsentiert. Nicht Mitleid sei gefragt, sondern Antworten auf die Bedürfnisse der Menschen mit Beeinträchtigungen in Schule, Gesellschaft und Arbeitswelt seien nötig.

In einem Lehrgang "Integrativer Journalismus", der kein Einzelfall bleiben dürfe, und die allgemeine Journalistenausbildung nachhaltig beeinflussen soll, so Friedrich Hausjell, Wissenschaftlicher Leiter der Studie, habe man drei große Ziele verfolgt: Journalisten an einen sensiblen Umgang mit der Sprache zu gewöhnen, Menschen mit Behinderungen in Printmedien, Radio und Fernsehen als normale Bestandteile der Gesellschaft zu präsentieren und last but not least auch behinderten Menschen den Zugang zum Journalismus zu ermöglichen.

In internationalen Vergleichen steige Großbritannien auf diesem Sektor als besonders fortschrittlich aus. Die Bemühungen, Menschen mit Behinderungen in den Medien noch präsenter zu machen, die Zahl der Mitarbeiter mit Behinderung zu erhöhen, die Serviceleistungen für das Publikum mit Beeinträchtigungen zu verstärken sowie barrierefreie Räume zu gestalten, würden in Großbritannien stark vorangetrieben, erklärte Hausjell.

Huainigg wünscht sich neben derartigen Bemühungen weiterhin die volle Anerkennung der Gebärdensprache und die tägliche Übersetzung der "Zeit im Bild 1" in die Sprache der Gehörlosen. Grundsätzlich ist der ÖVP-Behindertensprecher, der selbst im Rollstuhl sitzt, aber mit der Behindertenpolitik der Regierung zufrieden. Es seien im Jahr der Behinderungen viele wichtige Impulse gesetzt worden. Das Behindertengleichstellungsgesetz sei bereits auf Schiene und würde bald in eine Vorbegutachtung gehen, so Huainigg. (APA)

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