Veneer: "Light"

    24. Dezember 2003, 19:30
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    TripHop aus dem Nachbarland Slowakei

    Pia: Als ich kürzlich im "Bach" stand und dieser Band namens Veneer die Aufmerksamkeit meines Gehörs widmete, kamen mir zwei Gedanken:

    1) das könnte was für Josefson sein

    2) ... an wen erinnern mich die bloß?

    Bemüht um die Vermittlung neuer Eindrücke entlockte ich ihnen eine Hörprobe [kramt CD hervor, einige Zeit vergeht mit Anhören] - Wie sind die ersten Eindrücke?

    Jürgen: Sehr feierlich ausgedrückt übrigens ... ja, an wen erinnern mich die bloß? Morcheeba eventuell, dachte ich zuerst. Das ist jetzt übrigens die erste slowakische CD meines Lebens, die ich in Händen halte. Woher kennst du die?

    Pia: Morcheeba kam mir auch in den Sinn - aber erst als ich die CD hörte. Live dachte ich eher an t.A.t.U.: popmäßig halt. Live war das ja um einiges rockiger - wobei mensch beim Hören gleich der Gedanke kam, dass dies am Album sicherlich nicht so durchkommen würde. Dafür gab es die Hoffnung, vielleicht am Album etwas stärker die Frauenstimme herauszuhören - die war live ja etwas schwach auf der Brust.

    Jürgen: t.A.t.U.?! Also, das hätte ich gerne live gesehen. Auf CD ist das jedenfalls eindeutig TripHop. Der übrigens ziemlich gut mit der Sprache zusammengeht, finde ich. Jedenfalls gefallen mir die beiden slowakischen Nummern auf "Light" - "Celý svet si ty" und "33" - mit am besten.

    Ich hab genau null Informationen über die Band. Wie sieht's denn mit der Biographie von Veneer aus?

    Pia: Ja, die haben was ... Exotisches.

    Die Geschichte von Veneer ... so viel ich weiß, machen die beiden Männer der Band, Palo Hubinák und Daniel Bihány, seit 1997 gemeinsam Musik - eine Mischung von Computermusik und "erdigen" Instrumenten. Die Stimme wird seit einigen Jahren von Simona Danielová - etwas brustschwach - beigesteuert. Angeblich erschien ihre erste gemeinsame Single nur im Web (was sie für uns ja zu einer noch würdigeren Lieblingsband macht): "I learned to fly" hieß das gute Stück.

    Vor allem in Tschechien haben sie eine große Fangemeinde durch ihre Remixe von dort heimischen und hierzulande ebenfalls unbekannten Bands (Tata Bojs, Prague Melancholics Here, Ecstasy of St.Theresa).

    "Light" ist ihr Debütalbum - und durchaus würdig, auch hier unter die Leute gebracht zu werden. Am 1. November waren sie dank den Partypeople von Pura Vida erstmals in Österreich zu hören - wobei trotz diverser Live-Soundmängel ein gewisses Interesse geweckt werden konnte.

    Jürgen: Nicht nur bei dir, nicht nur bei dir. Finde ich ja spannend, dass man sich hierzulande zwar laufend mit Musik von Skandinavien bis Japan und Neuseeland flutet, aber selten etwas davon mitkriegt, was sich im unmittelbaren Umland von Wien tut ...

    ... naja, zugegebenermaßen eine persönliche Lücke. Der eine oder andere User wird schon ein paar Empfehlungen posten, was es von Tschechien bis Ungarn noch zu entdecken gäbe. [Hoffnung]

    Veneer: "Light" (escape/EMI Czech Republic 2003)

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      coverfoto: escape/emi czech republic
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