270 Millionen fürs Donauzentrum

2. Jänner 2004, 09:38
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Familie Breiteneder verkauft Shoppingcenter an holländischen Fonds

Wien - Die Familie um den Wiener Garagenkönig Johann Breiteneder hat das Donauzentrum um 270 Mio. Euro an den holländischen Immobilienfonds Rodamco verkauft.

Breiteneder erwarb das Donauzentrum 1995 von der Bank Austria um damals 2,45 Mrd. S (174 Mio. Euro). Rodamco Europe zählt zur größten Investment- und Managementgesellschaft im europäischen Einzelhandel mit einem Kapitalanlagenbestand von 6,6 Mrd. Euro. Die erwartete Nettorendite beim Donauzentrum liegt bei 6,9 Prozent.

Zweitgrößtes Einkaufszentrum

Das Donauzentrum in Kagran ist nach der SCS Österreichs zweitgrößtes und überaus erfolgreiches Einkaufszentrum. 96.000 m² der insgesamt über 225.000 m² sind reine Verkaufsfläche, wo täglich 95.000 und jährlich 18 Mio. Besucher gezählt werden. Das Einkaufszentrum beherbergt 210 Betriebe (180 im Donauzentrum, über 30 im Donauplex), 2750 Garagenplätze, ein Vier-Stern-Hotel mit 137 Zimmern und rund 8000 m² Büroflächen.

Konkret übernimmt Rodamco Europe 90 Prozent der Gesellschaftsanteile von der Sunrise Privatstiftung und eine Kaufoption über die verbleibenden zehn Prozent. Die Stiftung hält eine Verkaufsoption über ihren verbleibenden Anteil von zehn Prozent.. Die Optionen können ab dem 1. Jänner 2007 ausgeübt werden.

Das Donauzentrum ist mit einem Umsatz von 273,5 Mio. Euro auch für Rodamco das bisher zweitgrößte Investment. Bisher war die börsenotierte Gesellschaft, die sowohl Investor als auch Betreiber seiner Einkaufszentren ist in Holland, Schweden, Frankreich und Spanien. In Österreich könnten weitere Akquisitionen folgen. Zumal Rodamco Europe in Wien eine Verwaltungsdrehscheibe für Mitteleuropa aufbauen will, von der aus andere Teile des Europa-Portfolios von Rodamco in Tschechien, Ungarn und Polen verwaltet werden sollen.

Die Tochter führt noch ein Jahr

Breiteneders Tochter, Bettina Breiteneder, wird noch ein Jahr lang die Geschäfte des Donauzentrums führen, das ein Einzugsgebiet von 1,85 Mio. Menschen hat. Ihre Co-Geschäftsführer Ingo Hödl und Manfred Portisch bleiben und bekommen einen zusätzlichen Geschäftsführer aus Holland.

Bettina Breitender war es auch, die sich um das jüngst am Wiener Opernring eröffnete Hotel kümmerte, für das die Familie Le Meridien als Betreiber engagierte. Ihr Vater erwarb den Häuserblock 1993 um rund 29 Mio. Euro. Der Hotel-Umbau kostete über 100 Mio. Euro. Im angrenzenden Robert-Stolz-Platz errichteten die Breiteneders eine Garage. Zum Familienbesitz gehören auch je ein Ibis Hotel in Linz und Graz.

Ende 2000 verkaufte der Senior seinen 10,25-prozentigen Anteil an der Interunfall-Versicherung an den Mehrheitseigentümer, die Generali, und bekam dafür kolportierte rund 72 Mio. Euro. (Claudia Ruff, DER STANDARD Printausgabe, 24./25./26.12.2003)

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