Hälfte des BIP durch Opium

5. Jänner 2004, 10:06
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Internationaler Währungsfonds: Drogen gefährden Wirtschaftswachstum

Washington - Die anhaltende Unsicherheit und das rasche Anwachsen der Drogenproduktion gefährden nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds die einsetzende wirtschaftliche Erholung Afghanistans. Der Opiumanbau trage inzwischen etwa die Hälfte zum Bruttoinlandsprodukt Afghanistans bei, heißt es in einem am Montag veröffentlichten IWF-Bericht.

Die Experten machten positive Ansätze in der Entwicklung des Landes aus. In den Jahren 2002/2003 sei die afghanische Wirtschaft beflügelt von ausländischer Hilfe um 29 Prozent gewachsen, im kommenden Jahr könnten noch einmal 20 Prozent erreicht werden - das Drogengeschäft nicht mit eingerechnet.

Opiumanbau erholt

Im vergangenen Jahr habe die Wirtschaftsleistung exklusive Drogengelder schätzungsweise 4,05 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) betragen. "Aber während sich die legale Wirtschaftstätigkeit erholt, erholt sich auch der Opiumanbau", warnen die IWF-Experten.

Die bisher erzielten Erfolge seien allerdings durch die "brüchige Sicherheitslage" und die nur begrenzt wiederhergestellte Rechtsstaatlichkeit gefährdet. "Die Wiederherstellung angemessener Sicherheit im Land bleibt erste Priorität für die Umsetzung von Reformen und Wirtschaftsprojekten sowie für die Wiederaufnahme privater Wirtschaftsaktivität und die Bereitstellung grundlegender öffentlicher Dienstleistungen über Kabul hinaus", heißt es im ersten Afghanistan-Bericht des IWF seit zwölf Jahren. (APA)

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    Unter den Taliban unterdrückt, erlebt der Opiumanbau in Afghanistan nun einen neuen Boom

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