Blaulichtfunknetz wird neu ausgeschrieben

9. Jänner 2004, 12:40
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Spätestens im Herbst 2004 neuerliche Vergabe geplant

Wien - Das Innenministerium unternimmt einen zweiten Anlauf in Sachen digitales Blaulichtfunknetz und schreibt mit heute, Montag, gemeinsam mit dem Land Tirol "die Errichtung und den Betrieb eines digitalen Funknetzes für die Exekutive und die Blaulichtorganisationen" neu aus. Mit der Versendung der Ausschreibungsbekanntmachung nach Brüssel sei das Verfahren heute eingeleitet worden, hieß es in einer Pressemitteilung.

In einer ersten Phase würden Interessenten gesucht, in der zweiten Phase werde - spätestens bis Herbst 2004 - über die Vergabe entschieden, sagte der Sprecher von Innenminister Ernst Strasser (V), Johannes Rauch. Damit würden "Errichtung und Betrieb eines High-Tech-Funksystem" für Einsätze aller Blaulichtorganisationen gewährleistet.

Adonis ade

Das Projekt werde künftig nicht mehr Adonis heißen, sagte Rauch. Das 310 Mio. Euro schwere Adonis-Projekt war Ende Juni durch eine Vertragsaufkündigung des Innenministeriums und des Betreiberkonsortiums Mastertalk und gescheitert, nachdem der Auftrag am 5. Juli 2002 an Mastertalk vergeben worden war. Das Innenministerium hatte Mastertalk mangelhaftes Projektmanagement und "deutliche technische Mängel" vorgeworfen, außerdem war man sich in Finanzierungsfragen uneinig.

Adonis sollte den ursprünglichen Plänen zufolge in einer ersten Stufe schon seit März 2003 in Betrieb sein, der Vollausbau war für 2005 vorgesehen. master-talk hatte zuletzt mit einer Schadenersatzklage gegen die Republik gedroht, zumal das Konsortium bereits 100 bis 120 Mio. Euro in das Projekt investiert hatte.

Mastertalk zugelassen

Siemens Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner hatte zuletzt betont, sich bei einer Neuausschreibung wieder beteiligen zu wollen. Das Konsortium Mastertalk sei zur Ausschreibung wieder zugelassen, bestätigte auch Rauch. An master-talk halten Siemens und die Wiener Stadtwerke jeweils 32,45 Prozent, Raiffeisen über die Capreolus Beteiligungs GmbH 25,10 Prozent und der Verbund 10 Prozent.

Das Innenministerium strebt mit der nunmehrigen Neuausschreibung des Funknetzes weiterhin eine österreichweite Lösung an. Das Bundesland Tirol, wo bereits einiges in den Aufbau eines digitalen Funknetzes investiert wurde, soll dabei eine Vorreiterrolle spielen und helfen, alle anderen Bundesländer mit ins Boot zu holen. Zuletzt hatte man vor allem in Tirol und Niederösterreich Insellösungen befürchtet. (APA)

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