Verblödung (III)

5. Jänner 2004, 09:28
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Wie behauptet, verblödet die Menschheit im Quotensumpf der TV-Kanäle. Das ist so, weil wir Konsumenten uns ...

Wie behauptet, verblödet die Menschheit im Quotensumpf der TV-Kanäle. Das ist so, weil wir Konsumenten uns mit quälender Denkarbeit verausgaben, wie wir die Qualität unseres Konsums steigern können, sodass uns beim Konsumieren selbst die Kraft im Kopf fehlt. Hier hakt die Werbung ein, die uns im entspannten Zustand der Hirnleere auf dem Sofa vorfindet und uns mit Sinnbomben wie "Oiso i find des super" und "Geiz ist geil" übermannt. Das Schlimme ist, dass wir den Schwachsinn hinnehmen, als bräuchten wir ihn zum Atmen oder Einschlafen.

Die Verblödung lässt sich auch gut daran erkennen, dass wir keine eigene Meinung mehr brauchen, um eine zu haben. Die Weltlage ist durchkommentiert und liegt in schönen Gut-Böse-Kontrasten auf. Wir müssen uns nur für passende Gesichter entscheiden, die für die Sachen stehen, von denen es heißt, sie seien unsere.

Oder, um es mit frischen Prinzhorn-Worten zur Steuerreform zu sagen: "Wir hören die Zeichen zwischen den Zeilen und setzen selbst gewisse Zeichen (. . .) und hoffen, uns irgendwann nicht mehr nur zwischen den Zeilen bewegen zu müssen." Wurscht, was das heißt, Prinzhorn ja oder nein ist die Frage. - Noch eine der leichteren. (Daniel Glattauer/DER STANDARD; Printausgabe, 22.12.2003)

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