London reagiert erstaunt auf Reiseerlaubnis für Michael Jackson

1. Jänner 2004, 20:50
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Prescott: "Ich frage mich, ob die Dinge ebenso gelaufen wären, wenn jemand seine Mutter hätte besuchen wollen"

Der britische Vize-Regierungschef John Prescott hat mit Befremden auf die Reiseerlaubnis für den des Kindesmissbrauchs verdächtigten Popstar Michael Jackson reagiert. "Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen überrascht war, dass jemand in den USA die Erlaubnis erhält, die Bedingungen der Freilassung auf Kaution so zu umgehen, um eine CD im Ausland zu vermarkten", sagte Prescott am Sonntag der BBC.

Unschuldsvermutung

"Ich frage mich, ob die Dinge ebenso gelaufen wären, wenn jemand seine Mutter hätte besuchen wollen." Prescott betonte jedoch, die britische Regierung habe keinen Grund, sich gegen die Reise Jacksons nach Großbritannien zu stellen. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Dem 45-jährigen Musiker wird sexueller Missbrauch an einem zwölfjährigen Jungen in sieben Fällen im Zeitraum zwischen Februar und März 2003 vorgeworfen. Jackson drohen bis zu 24 Jahre Haft. Der Anwalt des Popstars wies die Vorwürfe als "völlig unbegründet" zurück.

Jackson in den nächsten Tagen in Großbritannien

Jackson war im November nach einer Razzia auf der "Neverland Ranch" verhaftet, kurz danach aber gegen eine Kaution von drei Millionen Dollar (knapp 2,46 Millionen Euro) freigelassen worden. Vor wenigen Tagen erhielt er seinen Reisepass zurück, um zur Promotion seines neuesten Albums nach Großbritannien reisen zu können. Dort wird er in den nächsten Tagen erwartet. (APA/AFP)

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