Den Grippeviren auflauern

28. Dezember 2003, 21:23
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Weltweite Gesundheitsnetzwerke beobachten die Entwicklung der Influenza

Die Grippe lässt sich nicht ausrotten, aber gut beobachten. Weltweite Informationsnetzwerke der Weltgesundheitsorganisation WHO sollen Pandemien, die plötzliche Ausbreitung der Krankheit über den gesamten Globus, verhindern. Als österreichisches Frühwarnsystem fungiert das Diagnostische Influenza Netzwerk Österreich des Instituts für Virologie der Universität Wien.

1918 wütete die Spanische Grippe. 20 Millionen Menschen starben weltweit an den Folgeerscheinungen der schweren Viruserkrankung. Die nächste Pandemie folgte 1957 mit der Asiatischen Grippe, 1968 ist in der Grippegeschichte der vorerst letzte weltweite epidemische Ausbruch der Krankheit verzeichnet, die Hongkong-Grippe. Vor sechs Jahren wurde eine drohende neue Grippe-Pandemie, made in Hongkong, an Ort und Stelle eingedämmt.

Die globale Ausbreitung des neuen Virus konnte durch rasche medizinische Intervention und Information verhindert werden. Weltweit erfassen Referenzzentren der WHO die Grippeerkrankungen. Dort werden Grippewellen genau beobachtet und entsprechende Warnungen an Ärzte und Ärztinnen gegeben. Die Erkrankungsdaten und Laborergebnisse geben Aufschluss über Virusveränderungen oder gar das Auftauschen neuer Subtypen. Auf Basis dieser Daten werden die Grippeimpfstoffe gemixt.

Abstriche senden

In Österreich senden Testärzte aus allen Bundesländern Nasen- und Rachenabstriche ihrer Grippepatienten an das Institut für Virologie. Dort werden die Daten analysiert und in das Diagnostische Influenza Netzwerk eingespeist. Für Projektleiter Franz X. Heinz "die einzig richtige Strategie, um auf kommende Influenzawellen vorbereitet zu sein". Durch die penible Dokumentation könne man rasche Aussagen über die Wirksamkeit aktueller Impfstoffe treffen und drohenden Pandemien vorbeugen. Topaktuelle Grippe-News gibt das Netzwerk per SMS, Fax oder E-Mail an Mediziner weiter. Aktuell meldet das Netzwerk: "Weiterhin nur sporadische Fälle von Influenza A Virusinfektionen. Noch kein signifikanter Anstieg an Grippe/grippalem Infekt." (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 12. 2003)

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