Missbrauch und Brandstiftung

23. Dezember 2003, 12:05
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Oberösterreicher soll Stieftöchter jahrelang missbraucht haben

Erfolglos verlief am Wochenende die Fahndung nach einem 54-jährigen Oberösterreicher, der im Verdacht steht, jahrelang seine beiden Stieftöchter missbraucht zu haben. "Wir gehen aber davon aus, dass er sich immer noch in Österreich, möglicherweise sogar in Oberösterreich aufhält", erklärte Sicherheitsdirektor Alois Lißl am Sonntag.

Auf die Spur des Kindesmissbrauchs kam die Exekutive nach einem Brand, der am Mittwochabend in Altenberg bei Linz (Bez. Urfahr-Umgebung) in einem Mehrparteienhaus die Erdgeschoßwohnung zerstört hatte. Die ehemalige Lebensgefährtin des Wohnungseigentümers Anton Bernd S. verdächtigte bei der Befragung durch die Gendarmerie ihren Expartner. Der hatte sich telefonisch angekündigt, worauf die Frau mit ihren sechs Kindern im Alter von einem bis 16 Jahren zu ihrer Mutter geflüchtet war.

Mutter hat nichts bemerkt

Die Beamten bohrten weiter, bei Gesprächen mit den Kindern wurden sie hellhörig. "Wir haben die gesicherten Aussagen der beiden 14 und 16 Jahre alten Opfer, dass sie von ihrem Stiefvater seit einigen Jahren missbraucht worden sind, wenn die Mutter nicht da war", schildert Lißl.

Die Mutter hat nach eigenen Angaben nichts von den Übergriffen bemerkt. Als Motiv für die Brandlegung durch den Mann vermutet die Gendarmerie Rache wegen des Scheiterns der Beziehung. Der Verdächtige wurde zuletzt Mittwochabend am Linzer Hauptbahnhof gesehen, dann verliert sich seine Spur.

Frau und Kinder stehen vor dem Nichts

Die Frau und ihre Kinder stehen unterdessen vor dem Nichts, schlägt die Kriminalitätsopferhilfe Weißer Ring Alarm. Durch das Feuer wurde die Wohnung komplett zerstört, auch der Großteil der Habseligkeiten sei in den Flammen verbrannt. Auch an Geld mangelt es, da die Frau, deren jüngstes Kind erst 15 Monate alt ist, über kein Einkommen verfügt, Geldspenden seien daher wichtig. (moe/DER STANDARD; Printausgabe, 22.12.2003)

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