Kopierschutz für Audio-CDs verärgert Kunden

25. Jänner 2000, 21:15

BMG: "gewisse Schwierigkeiten" - vorerst keine weiteren Neuerscheinungen im neuen Format

BMG Entertainment, die Musik-Abteilung des Bertelsmann-Konzerns, hat seit kurzem Audio-CDs im Handel, die mit dem Kopierschutz Cactus Data Shield versehen sind (der WebStandard berichtete). Entwickelt wurde dieser Mechanismus in Zusammenarbeit mit dem israelischen Software-Unternehmen Midbar und Sonopress aus Deutschland. Bislang sind die Alben "Razorblade Romance" der Gruppe Him und "My Private War" der einstigen Independent-Heroen Philip Boa & The Voodoo Club betroffen.

Der Kopierschutz verhindert nicht nur das Auslesen (Grabben) und Kopieren der Audio-Tracks mit dem PC, sondern auch das Abspielen auf allen CD-ROM-Laufwerken sowie auf älteren Audio-CD-Spielern. Ein Leser berichtete der deutschen Computerzeitschrift c't, dass sein gerade zwei Jahre alter Philips-Player mit einer derartig geschützten CD versagte. Besonders ärgerlich: Nicht auf der Hülle, sondern erst auf der CD selbst findet man den Hinweis "Achtung: Kopiergeschützte CD - Nicht am PC abspielbar!" Die Warnung ist ernst zu nehmen: Nach etwa 30 Sekunden bricht der Abspielvorgang am PC ab; auch MP3-Dateien lassen sich nicht erstellen.

Derzeit überprüft das c’t-Labor, ob sich der Kopierschutz auch auf die Überspielung per SPDIF-Digitalausgang besserer CD-Player auswirkt. Möglicherweise steht dem Produkt auch das Siegel Compact Disc Digital Audio aufgrund der Nichteinhaltung des Red-Book-Standards nicht zu. BMG gestand auf Anfrage von c't "gewisse Schwierigkeiten" mit dem Kopierschutz ein. Bis diese ausgeräumt sind, werden wohl keine damit versehenen Neuerscheinungen auf den Markt kommen. (heise)

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