Kinderfürsorge entlastet Michael Jackson

1. Jänner 2004, 20:50
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Beziehung zu Buben bereits im Frühjahr untersucht

Los Angeles - Bereits Monate vor der spektakulären Verhaftung von Michael Jackson wegen Missbrauchs eines Zwölfjährigen hat die Polizei die Beziehung des Popstars zu dem Buben als harmlos bewertet. Den früheren Untersuchungsbericht von Polizei und Kinderfürsorge in Los Angeles veröffentlichte nun die Internetseite "The Smoking Gun".

Bereits im Frühjahr prüften die Behörden demnach die Beziehung von Jackson zu dem krebskranken Kind. Danach wurden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs für "unbegründet" erklärt. Staatsanwalt Tom Sneddon sagte, er habe die frühere Ermittlungen gekannt, und stufte sie als nicht bedeutsam ein.

Verdacht eines Mitarbeiters der Schulbehörde

Nach der am Dienstag bekannt gewordenen Mitteilung waren Polizei und Kinderfürsorge-Ermittler im Februar dem Verdacht eines Mitarbeiters der Schulbehörde nachgegangen, nachdem der Bub in einer BBC-Sendung über sein Verhältnis mit Jackson berichtet hatte. Den Beamten gegenüber wies das Kind "jedwede Form von sexueller Belästigung" durch den Popstar zurück. Auch habe er nicht zusammen mit Jackson in einem Bett geschlafen, sagte er damals den Ermittlern. Auch zwei Geschwister und die Mutter des Buben sollen diese Aussage bekräftigt haben.

Es handelt sich um denselben Burschen, nach dessen Aussagen der Entertainer am 20. November wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs verhaftet wurde. Die offizielle Anklageerhebung hat die Staatsanwaltschaft in Santa Barbara (US-Bundesstaat Kalifornien) für die zweite Dezemberhälfte in Aussicht gestellt.

Staatsanwalt Sneddon in Santa Barbara teilte am Dienstag mit, er sei über die früheren Ermittlungen informiert gewesen, bevor er im November den Haftbefehl gegen Jackson erließ. Der Bericht des Fürsorgeamtes sei kein "bedeutsamer Faktor", sagte Sneddon. Auch die Polizei schwächte ihre Rolle in der ersten Untersuchung des Falls ab. Nach Angaben einer Sprecherin sei die Polizei nur in geringem Umfang an den Ermittlungen beteiligt gewesen. (APA)

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