Immofinanz will hoch hinaus

19. Dezember 2003, 13:48
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Immobiliengesellschaft will als Europa-Player im Osten wachsen - Gewinn im Halbjahr auf 62 Millionen Euro verdoppelt - Ergebnis soll 2003/04 erstmals über 100 Millionen klettern

Wien - Österreichs größte Immobiliengesellschaft, die börsenotierte Immofinanz, will nach einem "erfolgreichen Verlauf" der ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres 2003/04 (per Ende April) ihr Betriebsergebnis (Ebit) erstmals auf über 100 Mio. Euro steigern. Die Umsätze sollen um rund ein Drittel auf ebenfalls 100 Mio. Euro zulegen, kündigte Vorstandsvorsitzender Karl Petrikovics heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Wien an. "Wir haben die österreichische Dimension verlassen und sind zum europäischen Player geworden", so die Schlussfolgerung.

Von Anfang Mai bis Ende Oktober konnte die Immofinanz das Ebit auf 62,3 Mio. Euro verdoppeln, die Umsatzerlöse stiegen um 32 Prozent auf 45,2 Mio. Euro. Auch das Ergebnis vor Ertragssteuern verdoppelte sich, von 28,7 auf 59,9 Mio. Euro. Das Immobilienvermögen wuchs um 455,1 Mio. Euro auf 1,72 Mrd. Euro. Das Eigenkapital stieg auf 988 (Ende April: 710) Mio. Euro an, die Eigenkapitalquote erreichte damit den Spitzenwert von 75,1 Prozent. Auf eine Immofinanz-Aktie entfiel im Halbjahr ein Gewinn von 0,23 Euro, um 77 Prozent über dem Vergleichswert aus 2002/03.

Aktuelle Entwicklung "erfreulich"

Die aktuelle Entwicklung bezeichnete Petrikoviocs als "äußerst erfreulich". Bei den Miteinnahmen rechnet er mit einem weiteren Anstieg, auch die Wertentwicklung des Immobilienbestands sei "ausgesprochen zufriedenstellend". In Österreich würden die Wohnungspreise je nach Lage bereits wieder anspringen, "der Markt ist in Bewegung geraten". Zusätzlich hofft Petrikovics auf Rückenwind aus einer wieder anspringenden Konjunktur.

Investmentschwerpunkt soll auch in Zukunft Mittel- und Osteuropa (CEE) bleiben. Petrikovics rechnet damit, dass 2004 in Österreich und besonders im CEE-Raum "zahlreiche attraktive Objekte und Immobilienportfolios auf den Markt kommen werden". Die Kriegskasse sei mit rund 300 Mio. Euro gut gefüllt. Konkret will die Immofinanz ihr Engagement in den Kernmärkten Polen, Tschechische Republik und Ungarn weiter ausbauen, zusammen mit einem Entwickler steigt die Immofinanz in diesen Ländern in den Wohnungsmarkt ein. Konkret sieht dieses Projekt die Errichtung und den Verkauf von 3.800 Eigentumswohnungen vor.

"Ost-Arm" Immoeast

Auch in Ländern wie Rumänien, Slowenien und der Slowakei will sich die Immofinanz über ihren "Ost-Arm" Immoeast engagieren - und mittelfristig auch in Russland. Petrikovics beobachte diesen "sehr interessanten Markt sehr intensiv". Mit 14 Millionen Einwohnern habe Moskau ein enormes Potenzial und verfüge über eine "sensationelle Infrastruktur". Allerdings sei der Markteinstieg sehr schwierig und könne nur zusammen mit einem geeigneten Partner erfolgen. In spätestens drei Jahren will die Immofinanz aber in Russland aktiv sein.

Bis Ende 2003/04 soll der Verkehrswert des Immobilienbestands auf mehr als 1,8 Mrd. Euro steigen. Die Nutzfläche könnte nahe an 1,5 Millionen Quadratmeter herankommen, hieß es weiter. Zum Halbjahr (Stichtag 31. Oktober) verfügte die Immofinanz mit 246 Immobilien über eine Nutzfläche von 1,373 Mio. Quadratmeter, der Verkehrswert belief sich auf 1,72 Mrd. Euro.(APA)

  • "Wir haben die
österreichische Dimension verlassen und sind zum europäischen Player
geworden"
    foto: derstandard.at

    "Wir haben die österreichische Dimension verlassen und sind zum europäischen Player geworden"

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