Adventwanderung zur stillen Nacht

19. Dezember 2003, 20:43
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Spätestens auf den Stufen der Hauptbücherei waren alle Brüder und Schwestern. Schließlich schweißen gemeinschaftliche Erlebnisse zusammen - noch mehr, wenn es kalt ist. Mittwochabend bat das Tanzquartier (tqw.at) zur - mittlerweile schon traditionellen - Adventwanderung "Alles Gute" durch den siebenten Bezirk.

Und gut 100 Besucherinnen und Besucher nahmen die fünfstündige Tour zu kulturellen Highlights des Bezirkes gerne auf sich. Start war im Museumsquartier. Hier wurden der "karibische Winterkunstmarkt" von art:phallanx , Hubsi Kramars wundervoll unkitschig-romantischer von allerlei Künstlern bespielter "Lebender Adventkalender" (bis Sonntag im Tanzquartier) und Dietmar Steiner im Architekturzentrum besucht, bevor es - unter anderem - zum "Orpheus Trust" (mit den "Vienna Harmonists" als Fenstersänger), zu Gustav Ernst ins Literaturhaus oder zu Inge Moraths Fotos in der Galerie Westlicht ging.

Strittig war am Ende, in der Hauptbücherei, lediglich, wo es am feinsten und stimmungsvollsten gewesen sei. Einigkeit herrscht hingegen darin, dass die ursprüngliche Idee der Wanderung, eine akzeptable Openair-Alternative zum unbeweglichen Punschstand-Gestehe zu bieten, aufgegangen war: Schließlich hatte man an fast jeder Station Gelegenheit, neben der dortigen Attraktion den lokalen Punsch zu testen.

Ein langes Bild für die große Mauer

Eigentlich ist das Bild ja mittlerweile fast schon ein Film - denn ob sich der Betrachter oder das betrachtete Material bewegen, ist im Grund ja nebensächlich. Und um "The Art Miles Mural Project" in voller Länge zu betrachten, müsste man eine - mittlerweile - viereinhalb Kilometer lange Wanderung machen. So lang ist das Gemälde mittlerweile.

Ein 25 Meter langes "Teilstück", das von sehbehinderten und blinden Kindern des Österreichischen Blindenzentrums gestaltet wurde, ist am Donnerstag dem einstigen Automatenkönig Ferry Ebert übergeben worden: Ebert ist Projektleiter des vor acht Jahren von Fouad Tawfilis in Bosnien begonnenen "Bildes für den Frieden". Das gesamte Friedensgemälde soll 2008, zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking, an der Chinesischen Mauer aufgehängt werden. Teile des großen Bildes werden am 24. April - am Tag des Wiener Friedenslaufes um das Rathaus - in Wien zu sehen sein. (DER STANDARD Printausgabe 19.12.2003)

  • Aus dem "Lebenden Adventkalender" von Hubis Kramar
    foto: thomas rottenberg

    Aus dem "Lebenden Adventkalender" von Hubis Kramar

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