Training: Werner Franz beißt sich durch

20. Dezember 2003, 12:16
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Kärntner setzte sich in Gröden-ÖSV-Quali gegen Rzehak, Gruber und Pepi Strobl durch - Bestzeit für Deneriaz vor Friedman und Fritz Strobl

Gröden - Werner Franz verspürte am Donnerstag "eine sehr, sehr große Befriedigung". Der Kärntner hatte im zweiten Training für die Weltcup-Abfahrt von Gröden die ÖSV-interne Qualifikation für sich entschieden. Franz, von der Übersee-Tournee zu Hause gelassen, löste damit das elfte und letzte ÖSV-Ticket und verurteilte gleichzeitig seine drei Quali-Kontrahenten Peter Rzehak, Christoph Gruber und Josef Strobl zum Zuschauen.

Bestzeit für Deneriaz

Trainingsschnellster beim Ritt über die berüchtigten Kamelbuckeln, Ciaslat-Wiese usw war der französische Vorjahressieger Antoine Deneriaz in 1:55,01. Wie bereits am Mittwoch verblüffte der US-Amerikaner Bryon Friedman mit einem tollen Lauf, der 23-Jährige aus Park City war mit 0,28 Sekunden Rückstand Zweitschnellster. Fritz Strobl war als bester ÖSV-Läufer Dritter (0,58), Norbert Holzknecht Sechster (0,89).

Im ÖSV-Lager gab es schon 24 Stunden vor dem Super-G am Freitag echte Rennatmosphäre. Der Kampf um den letzten Startplatz in der Samstags-Abfahrt wurde von Pepi Strobl (1:57,56) und Gruber (1:57,11) eröffnet. Beide zogen sich jedoch nach eher durchwachsenen Leistungen rasch aus dem Zielraum zurück. "Das wird nicht reichen", meinte das Duo unisono. Sie sollten Recht behalten, denn zunächst brauste Rzehak zu "Quali-Bestzeit" (1:56,45), ehe Franz dann in 1:56,12 noch einen drauflegte und alles zu seinen Gunsten entschied.

"Der Druck war unheimlich groß"

"Der Druck in den vergangenen Wochen war unheimlich groß", schnaufte der 31-Jährige erleichtert durch. Und holte unmittelbar danach zur kleinen Abrechnung mit der ÖSV-Spitze aus. "Gewisse Herren legen offenbar keinen Wert mehr auf mich. Die haben mich auf Eis gelegt. Umso motivierter bin ich jetzt", so Franz, der am Samstag (20. Dezember) sein erstes Saison-Rennen bestreiten wird.

Enttäuschung hingegen im Lager des Trios Gruber/J. Strobl/Rzehak. Besonders bei Rzehak saß der Frust tief. "Ich bräuchte einmal einen vernünftigen Rennrhythmus, aber man ist einfach machtlos", grübelte der 33-jährige Salomon-Fahrer. Nur Gruber konnte sich etwas trösten. "Für mich ist es nicht ganz so tragisch, denn ich hab ja noch zwei Rennen am Wochenende", meinte der Tiroler, der am Freitag im Super-G und am Sonntag im Riesentorlauf von Alta Badia starten wird.

Fritz Strobl bester ÖSV-Fahrer

Die beste ÖSV-Fahrt legte am Donnerstag Olympiasieger Fritz Strobl hin. "Dabei gehört Gröden nicht wirklich zu meinen Lieblingsstrecken. Aber gegen ein gutes Resultat am Samstag werde ich mich nicht wehren", meinte der Kärntner schmunzelnd. (APA)

Ergebnisse vom zweiten Trainingslauf:

  1. Antoine Deneriaz (FRA) 1:55,01
  2. Bryon Friedman (USA)    + 0,28
  3. Fritz Strobl (AUT)        0,58
  4. Daron Rahlves (USA)       0,65
  5. Max Rauffer (GER)         0,76
  6. Norbert Holzknecht (AUT)  0,89
  7. Lasse Kjus (NOR)          0,99
  8. Werner Franz (AUT)        1,11
  9. Kristian Ghedina (ITA)    1,19
 10. Bruno Kernen (SUI)        1,23
 11. Yannick Bertrand (FRA)    1,29
 12. Didier Cuche (SUI)        1,35
 13. Bode Miller (USA)         1,27
 14. Peter Rzehak (AUT)        1,44
 15. Hermann Maier (AUT)       1,51
   . Alessandro Fattori (ITA)  1,51
 17. Klaus Kröll (AUT)         1,55
 18. Hans Knauß (AUT)          1,59
     weiter:
 21. Stephan Eberharter (AUT)  1,76
 24. Hannes Trinkl (AUT)       1,81
 31. Christoph Gruber (AUT)    2,10
 41. Michael Walchhofer (AUT)  2,49
 42. Josef Strobl (AUT)        2,55
 43. Johann Grugger (AUT)      2,61
 47. Andreas Schifferer (AUT)  2,78

Ergebnisse vom ersten Trainingslauf:

 1. Daron Rahlves (USA)     1:58,34
 2. Antoine Deneriaz (FRA)    +0,02
 3. Michael Walchhofer (AUT)   0,32
 4. Bryon Friedman (USA)       0,47
 5. Fritz Strobl (AUT)         0,50
 6. Werner Franz (AUT)         0,65
 7. Kristian Ghedina (ITA)     0,76
 8. Didier Cuche (SUI)         1,09
 9. Hermann Maier (AUT)        1,13
10. Ambrosi Hoffmann (SUI)     1,30
11. Peter Fill (ITA)           1,31
12. Patrik Järbyn (SWE)        1,59
13. Bjarne Solbakken (GER)     1,61
14. Max Rauffer (GER)          1,62
15. Stephan Eberharter (AUT)   1,66
16. Peter Rzehak (AUT)         1,67
    weiter:
21. Hans Knauß (AUT)           2,12
25. Christoph Gruber (AUT)     2,35
31. Hannes Trinkl (AUT)        2,61
32. Josef Strobl (AUT)         2,63
38. Norbert Holzknecht (AUT)   2,96
40. Andreas Schifferer (AUT)   3,05
44. Klaus Kröll (AUT)          3,25
48. Johann Grugger (AUT)       3,67
51. Bode Miller (USA)          3,79
60. Florian Eckert (GER)       4,31
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