Flughafen Wien: Erste erhöht Kursziel auf 37,50 Euro, weiter "hold"

9. Jänner 2004, 17:28
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Gewinnerwartungen kaum verändert - Umsatzerwartung des Managements für 2004 "konservativ"

Wien - Die Analysten der Erste Bank haben ihr Kursziel für den börsenotierten Flughafen Wien-Schwechat (VIE) von bisher 36 Euro auf 37,50 Euro je Anteilsschein erhöht. Ansonsten bleiben die aktuellen Einschätzungen in einer heute, Donnerstag, veröffentlichten aktuellen Unternehmensanalyse weitgehend unverändert. Die Anlegerempfehlung lautet weiter auf "Hold" (Halten), der Gewinn je Aktie wurde geringfügig auf 3,16 (bisher: 3,21) Euro für 2003 und 3,26 (3,2) für 2004 modifiziert. Für 2005 wird unverändert ein Gewinn je Aktie von 3,19 angenommen.

Der aktuelle Kurswert der VIE-Aktie reflektiert laut Erste Bank nicht das Wachstumspotenzial des Flughafens im nächsten Jahr in angemessener Weise, daher die Anhebung des erwarteten Kurszieles. Am Nachmittag (13.30 Uhr) notierte die Flughafen-Aktie mit 35,50 Euro um 0,85 Prozent oder 30 Cent über dem Vortagesschluss.

Gewinnerwartung zurückgenommen

Die Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr wurde wegen hoher Investitionen und höherer Steuerlast geringfügig zurückgenommen, während 2004 verbesserte Verkehrserwartungen für die Austrian Airlines-Gruppe als dem größten Flughafen-Kunden positiv durchschlagen würden, heißt es in der Analyse. 2005 würden sich die hohen Investitionen auch im operativen und im Finanzergebnis auswirken, daher der leichte Rückgang gegenüber 2004.

Das vom Airport in Aussicht gestellte Umsatzwachstum von 6 Prozent im Jahr 2004 erscheint dem Erste Bank-Analysten Amir-Ali Ameri angesichts "enthusiastischer Verkehrsprognosen" der Austrian für 2004 als "ein bisschen zu konservativ". Andererseits könnte das Umsatzplus nicht automatisch auf Ertragsverbesserungen im selben Ausmaß umgelegt werden.

Negativfaktoren

Als Negativfaktoren nennt der Analyst die erfolgte Ausschreibung der Sicherheitsdienste, die bisher von der Flughafentochter VIAS erfolgte. Ein Zuschlag an einen billigeren Mitbewerber könnte einen Einnahmenwegfall von 15 bis 16 Mio. Euro bedeuten. Die Wachstumsmöglichkeiten im Shopping-Bereich seien wegen beschränkter Flächen limitiert, auch dürfte der bevorstehende Beitritt neuer EU-Mitgliedsländer dürfte einen Rückgang des Duty-free-Geschäfts bedeuten.

Als weitere offene Punkte für die Zukunft spricht die Analyse die laufende Debatte um eine speziell von der AUA geforderte Senkung der als zu hoch empfundenen Gebühren, die Diskussion um die noch nicht erfolgte Verlängerung der Vorstandsverträge, das Interesse am zu privatisierenden nahe gelegenen slowakischen Flughafen Pressburg/Bratislava und das aktuelle Ausmaß der geplanten Investitionen an.(APA)

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