Wein, Löss und Kohle

    13. Dezember 2003, 13:04
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    Geschichte und Kultur: Der neue "Bergwerkgedenkweg" bei Göttweig

    Im Jahre 1758 fand der sächsische Schlosser Adam Kühn bei Thallern an der Donau Braunkohle. Da der Brennstoff leicht abzubauen war, errichtete die k.k. Bergwerksdirektion dort das erste Kohlebergwerk Niederösterreichs, dem bald andere folgten. Der Brennwert der Kohle war relativ gering, doch konnte man diese fast problemlos auf Schiffe verladen und nach Wien transportieren, wo vor allem die Ziegelwerke auf dem Laaerberg den Brennstoff verwendeten, zumal das Holz in der Umgebung immer rarer wurde. In den Bergwerken baute man neben Kohle auch Alaun ab, Ton förderte man über und unter Tag. Es siedelten sich dort eine Alaunsiederei und große Ziegeleien an.

    Seit kurzem gibt es einen "Bergwerkgedenkweg", der durch die Orte Angern, Brunnkirchen, Ober- und Tiefenfucha und Thallern führt und die Vergangenheit wieder in Erinnerung bringt. Zudem bietet die Runde zahlreiche Aussichtsplätze mit Blick auf Krems, das Donautal, zum Stift Göttweig und zur Wetterkreuzkirche. Man passiert zwei Barbara-Schaustollen, das Modell einer Kohleförderungsanlage und einen Gedenkstein. Bei allen Stationen findet man ausführliche Informationen über Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaus vor. In Oberfucha zeigt eine riesige Darstellung, wie damals die Industrie die heute für den Weinbau bekannte Gegend veränderte.

    In der Kirche von Brunnkirchen - einst Wallfahrtsort der Winzer - kann man Fresken des Kremser Schmidt bewundern, das kleine Gotteshaus ist allerdings nur an Sonn- und Feiertagen offen. Ein Teil des Weges verläuft auf Asphalt, was um diese Jahreszeit eher ein Vor- als ein Nachteil ist.

    Die Route
    Der Bergwerkgedenkweg ist mit braunen Wegweisern gekennzeichnet. Man beginnt am besten beim Haus Lisa in Angern an der Donau. Durch den von mächtigen Lösswänden begrenzten Leithergraben geht es nach Tiefenfucha. Bald nach dem dortigen Gasthaus erreicht man den ersten Schaustollen. Über einen Rücken hinweg kommt man zum zweiten Schaustollen und weiter nach Oberfucha. Durch die Ortsstraße geht es weiter, am Ende einer Mauer hält man sich links - der Wegweiser ist leicht zu übersehen! - und steigt nach Brunnkirchen ab. Gehzeit 2 Stunden. Fast ebenen Weges wandert man weiter nach Thallern und zum Ausgangspunkt Angern. Ab Brunnkirchen eine Stunde. Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhenunterschied rund 150 m. Gasthäuser in Tiefenfucha, Thallern und Angern. Schubert & Franzke Rad- und Wanderkarte Dunkelsteiner Wald, Maßstab 1:38.000, www.bergwerkgedenkweg.at

    Von Bernd Orfer
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