Boeing: Start für Dreamliner

18. Dezember 2003, 09:30
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Mit einem neuen sparsamen Flieger will der US-Luftfahrtkonzern seinem europäischen Konkurrenten Airbus Kunden abspenstig machen

New York - Boeing gab nun den Start des Vorverkaufs für das Passagierflugzeug 7E7 Dreamliner bekannt. Damit bringt Boeing zum ersten Mal seit der Einführung der 777-Familie vor 13 Jahren ein neues Flugzeug auf den Markt. Boeing braucht einen neuen Flieger, um mit Airbus Schritt halten zu können.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist Boeings Umsatz im zivilen Luftfahrtsbereich um 25 Prozent auf 16,6 Mrd. Dollar (13,45 Mrd. Euro) gesunken.

Die eigentliche Produktion beginnt aber erst, wenn belegt werden kann, dass sich genügend Kunden für das neue Flugzeug interessieren. Die endgültige Entscheidung des Verwaltungsrates in Chicago wird spätestens Mitte 2004 erwartet.

Drei Varianten

Der Dreamliner 7E7 wird in drei Varianten als Kurz-, Mittel- und Langstreckenflugzeug angeboten. Boeing will in den nächsten zwei Jahrzehnten 2000 bis 3000 Flieger des neuen Typs absetzen.

Nach Boeings Angaben könnten die Maschinen erstmals im Jahr 2007 abheben und ein Jahr später im regulären Linienbetrieb eingesetzt werden.

Zwei andere Typen, der Sonic Cruiser und eine größere Version der 747 wurden von Boeing in den letzten Jahren wegen mangelnden Kundeninteresses auf Eis gelegt.

Dieses Jahr wird Airbus zum ersten Mal mehr Flugzeuge ausliefern als Boeing. Von der 7E7-Serie versprechen sich die Amerikaner eine Wende.

Technisch bald überholt

John Leahy, Chef des kommerziellen Bereichs bei Airbus, gratulierte Boeing zu dem Beschluss, fügte jedoch hinzu, das Flugzeug werde Boeings Versprechungen nicht gerecht. Die 7E7 sei eine Maschine des heutigen Stands der Technologie, die bald überholt sei.

Mit den 7E7-Typen will Boeing die Flotte der Boeing-Typen 767 und die hauptsächlich auf Langstrecken eingesetzten Airbus-Typen A300 und A330 ablösen. Die Entwicklungskosten des 7E7 schätzen Analysten auf mehr als sieben Mrd. Dollar.

Tragflächen aus Japan

Doch einen Teil dieses Aufwands werden Partner im In- und Ausland übernehmen, darunter Mitsubishi, Finmeccanica und Vought Aircraft. So werden beispielsweise die Tragflächen in Japan hergestellt. Die Entscheidung, wo die Triebwerke gebaut werden, soll im nächsten Jahr fallen.

Infrage kommen die General Electric Co, Rolls-Royce Plc und Pratt & Whitney, eine Tochter von United Technologies Inc. Das neue Flugzeug wird in Everett, einem Vorort von Seattle gebaut. Es entstehen zwischen 880 bis 1200 neue Arbeitsplätze. (DER STANDARD, Printausgabe, 18.12.2003, APA)
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