US-Außenamt: Haider-Sager "ziemlich dumm"

19. Dezember 2003, 14:34
87 Postings

"Manche bezweifeln auch, dass Neil Armstrong 1969 am Mond gelandet ist" - Israelische Botschaft reagiert gelassen

Washington - Der Sprecher von US-Außenminister Colin Powell, Richard Boucher, kritisierte am Mittwoch die jüngsten Aussagen des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) zur Person Saddam Husseins. Für ihn klinge das alles "ziemlich dumm" sagte Boucher am Mittwoch in Washington DC.

"Manche bezweifeln auch, dass Neil Armstrong 1969 am Mond gelandet ist"

Die Zweifel Haiders, ob es sich beim im Irak Festgenommenen um den echten Saddam Hussein handle, wurden vom US-Außenministerium zurückgewiesen. Die USA hätten den ehemaligen irakischen Präsidenten gefangen genommen, dies habe eine DNA-Untersuchung bewiesen, unterstrich der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Adam Ereli, am Mittwoch in Washington.

"Manche bezweifeln auch, dass Neil Armstrong 1969 am Mond gelandet ist", sagte Ereli. Wenn jemand die Festnahme Saddam Husseins noch immer in Frage stelle, verfolge er seiner Meinung nach damit eine persönliche Agenda. Haider hatte am Dienstagabend im ORF-Fernsehen gemeint, statt Saddam Hussein könnten die USA auch einen Doppelgänger des ehemaligen irakischen Präsidenten gefangen genommen haben.

Israelische Botschaft reagiert gelassen

Israels designierter Botschafter in Österreich, Avraham Toledo, kommentiert die Aussagen von Landeshauptmann Jörg Haider gelassen. "Jeder weiß, dass Israel eine Demokratie ist und dass der israelische Premierminister demokratisch gewählt wurde", meinte Toledo am Donnerstag. Haiders Äußerungen sollten "die Österreicher mehr betroffen machen als mich".

Ob er mit der Reaktion der österreichischen Regierung auf Haiders Aussagen zufrieden ist, wollte Toledo nicht sagen: "Ich kommentiere nicht, was der österreichische Bundeskanzler sagt." (APA)

Share if you care.