Der Kunstratgeber als Kurator

18. Dezember 2003, 20:36
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Der Unterschied zur Mail, behauptete Lorenz Seidler, sei marginal: "Ich war bei der Auswahl nur strenger als sonst." Freilich war das eine Untertreibung: Normalerweise betreibt Seidler unter dem Pseudonym "Esel" (www.esel.at) Wiens feinsten Kunsttermine-Infodienst.

Dienstagabend eröffnete er aber in Ernst Hilgers "Hilger Contemporary" die erste Ausstellung, zu der er nicht als Auskenner, sondern als Kurator lud. Bei "Schau Schau" bat der Esel sieben junge Künstler(-gruppen) zur (Selbst-)Inszenierung.

Von Mode (Cloed Baumgartners Label "Milch") über den zum beweglichen Ausstellungsraum umdefinierten Aufzug der Zeichnerin Elfriede,die Glorifizierung des metrosexuellen Mannsbildes durch rund 17 Selbstporträts (Matthias Bode) bis zu Peter Fattingers - durch Umlegen - zur Raumkapsel "Extrazimmer" mutiertem Futtersilo reichte das Spektrum.

Dementsprechend ameisenhaft geschäftig ging es zu: Nicht nur die Kulturpolitikreferenten (fast) aller Rathausparteien wollten sich einen Überblick über demnächst zur Umarmung anstehende Künstlergesichter verschaffen, auch des Esels Leserschaft kam, um einmal zu sehen, wie der, den sie meist nur als Mail-Onkel kennen, im echten Leben denn aussieht. (DER STANDARD Printausgabe 18.12.2003)

  • Der Esel (links) und sein Silo voll mit Künstlern. Bis 17. 1.
    foto: thomas rottenberg

    Der Esel (links) und sein Silo voll mit Künstlern. Bis 17. 1.

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