Mehr Geld für Junge ohne Job in Wien

5. Jänner 2004, 15:29
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Während der Bedarf steigt, stagnieren allerdings die Mittel für den gesamten Arbeitsmarkt auf dem Stand von 2002

Wien - In Anbetracht steigender Arbeitslosigkeit, die eine wachsende Zahl von Jugendlichen ohne Lehrstelle und Arbeit zurücklässt, wurde auf einem Wiener Arbeitsmarktgipfel zwischen Bund, Land und Sozialpartnern eine Aufstockung der Förderungen für 2004 vereinbart.

Allerdings sei dies nur eine begrenzte Verbesserung, erklärte der Wiener Vizebürgermeister Sepp Rieder am Mittwoch, denn es sei nur gelungen, die 2003 beschnittenen Mittel des Arbeitsmarktservice wieder auf den Stand von 2002 zu bringen, als die Arbeitslosigkeit noch geringer war. Und ein Teil der Maßnahmen für die Jungen geht zulasten der Unterstützung erwachsener Männer, die dadurch weniger Hilfe bei Arbeitssuche und Qualifikationsmaßnahmen erhalten.

Das Budget des Wiener Arbeitsmarktservice (AMS) werde 2004 wieder rund 404 Mio. Euro betragen, nach 393 Mio. im Vorjahr und 404,4 Mio. im Jahr 2001. Aus Wiener Mitteln werde man zwei Mio. Euro zuschießen, sodass zusammen mit internen Umschichtungen deutlich mehr als 1000 zusätzliche Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten für Jugendliche (bis 19) und für die Gruppe zwischen 19 und 25 Jahren geschaffen werden könnten.

Mehr als bisher müsse man länderübergreifend zusammenarbeiten, sei der Arbeitsmarktgipfel übereingekommen, da die Wiener Arbeitslosigkeit (die stärker als in anderen Bundesländern stieg) nur zusammen mit Niederösterreich und dem Burgenland bekämpft werden könne. 30 Prozent der Wiener Beschäftigten und 25 Prozent der Lehrlinge wohnen nicht in Wien.

Aussichten schlecht

Weiterhin scheinen die Aussichten am Arbeitsmarkt schlecht. Das zeigt eine europaweite Studie von Manpower auf Basis von 35.000 Interviews mit Personalverantwortlichen, darunter 771 Befragte in Österreich. Die Personalchefs in Österreich und Deutschland befürchten sogar, dass im ersten Quartal 2004 mehr Mitarbeiter entlassen als neu angestellt werden.

Das Bild in Österreich ist uneinheitlich: Die relativ besten Aussichten für Jobsuchende bieten Oberösterreich, Niederösterreich und die Steiermark; am schlechtesten sind die Erwartungen in Tirol, dem Burgenland und Kärnten. Wien und die anderen Länder liegen im Mittelfeld.

Zuwächse erwarten unter anderem die Sparten Kredit-und Versicherungswesen, Immobilien, Energieversorger und Gastronomie und Hotellerie, was eine Trendwende darstellt. (DER STANDARD Printausgabe, 18.12.2003 spu)

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    2004 sollen 1000 zusätzliche Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten für Jugendliche (bis 19) und für die Gruppe zwischen 19 und 25 Jahren geschaffen werden.

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