"Wir haben alle was genommen"

22. Dezember 2003, 10:19
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Radprofis werden laut Dietrich Thurau zwangsläufig mit Doping konfrontiert und bewegen sich ständig im Grenzbereich

Berlin - Der deutsche Ex-Radprofi Dietrich Thurau hat Doping eingestanden und würde auch für die heutige Generation von Fahrern diesbezüglich "bestimmt nicht" die Hand ins Feuer legen. "Wir haben alle was genommen. Aber ich kann von mir sagen, dass ich es zum Glück immer unter Kontrolle hatte", sagte der seit 1989 nicht mehr aktive Thurau in einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe). Mit einer "normalen Ernährung" sei bei längeren Rundfahrten nicht weiterzukommen: "Sonst gehst du nach sieben Tagen in die Luft. Du wirst zwangsläufig mit Doping konfrontiert, wenn du ans Limit kommst."

"Was auf keiner Dopingliste steht, ist auch kein Doping. Da bewegt man sich ständig im Grenzbereich - aber heutzutage wenigstens unter ärztlicher Kontrolle", sagte Thurau. In seiner Karriere war der heute 49-jährige Frankfurter, der 1977 für 15 Tage im Gelben Trikot bei der Tour de France fuhr, mehrmals bei Doping-Kontrollen mit positiven Werten aufgefallen. (APA/dpa)

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