Europäische Integration und EU-Erweiterung

30. Jänner 2004, 16:00
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Wien - Die Europäische Integration war eine der Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg. 1951 gründeten Deutschland, Frankreich, Italien und die Benelux-Staaten die Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Die gemeinschaftliche Kontrolle der Grundlagen der Schwerindustrie sollte die Aufrüstung kontrollierbar machen und künftige Kriege verhindern. 1973 traten Dänemark, Irland und Großbritannien der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bei, 1981 folgte Griechenland. 1986 folgte die nächste Erweiterungsrunde um Spanien und Portugal. 1995 traten Österreich, Finnland und Schweden bei.

1951 - Deutschland, Frankreich, Italien und die Benelux-Staaten gründen die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).

1957 - Mit der Unterzeichnung des Vertrags von Rom gründen die Sechs die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).

1973 - Dänemark, Irland und Großbritannien treten der EWG bei.

1981 - Griechenland schließt sich der EWG an.

1986 - Spanien und Portugal treten bei.

1987 - Die EWG beschließt, bis spätestens 1992 einen Binnenmarkt aufzubauen.

1987 - Die Türkei beantragt die Mitgliedschaft, verfügt aber nach Ansicht der Gemeinschaft noch nicht über die nötige Beitrittsreife.

1992 - Mit dem Vertrag von Maastricht wird die Europäische Union geschaffen, die die Zuständigkeit der Gemeinschaft auf die politische Ebene ausdehnt. Die Schaffung einer gemeinsamen Währung wird beschlossen.

1995 - Österreich, Finnland, und Schweden treten der EU bei.

Nov. 1998 - Beitrittsgespräche mit Polen, Tschechien, Ungarn, Estland, Slowenien und Zypern beginnen.

Jän. 2000 - Beitrittsverhandlungen mit Rumänien, der Slowakei, Lettland, Litauen, Bulgarien und Malta werden aufgenommen.

Dez. 2000 - Mit dem Vertrag von Nizza zur Reform der Institutionen und Entscheidungsprozesse bereiten sich die EU-Staaten auf die Erweiterung vor.

Juni 2001 - Die irische Bevölkerung lehnt den Vertrag von Nizza in einem Referendum ab.

Jän. 2002 - Der Euro wird in zwölf EU-Staaten als Bargeld eingeführt. Großbritannien, Dänemark und Schweden behalten ihre eigenen Währungen.

Okt. 2002 - In einem zweiten Referendum nehmen die Iren den Vertrag von Nizza an.

Nov. 2002 - Die EU legt den 1. Mai 2004 als Beitrittsdatum für zehn neue Mitglieder fest.

Dez. 2002 - EU-Gipfel in Kopenhagen: Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Zypern werden zum Beitritt am 1. Mai 2004 eingeladen. Rumänien und Bulgarien sollen in ihrem Bemühen unterstützt werden, 2007 beizutreten. Die Türkei bekommt kein festes Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen. Stattdessen will der Europäische Rat im Dezember 2004 überprüfen, ob Ankara die Beitrittskriterien erfüllt und dann gegebenenfalls ohne weitere Verzögerung die Verhandlungen aufnehmen.

8. März 2003 - In einem Referendum stimmt Malta als erstes der zehn neuen EU-Mitglieder dem Beitritt zur Union zu.

23. März - Auch die Slowenen stimmen für die EU-Mitgliedschaft.

9. April - Das Europäische Parlament in Straßburg stimmt mit überwältigender Mehrheit für die Aufnahme der zehn neuen Länder.

13. April - Die Ungarn segnen den EU-Beitritt ab.

16. April - Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten und der zehn neuen Mitglieder unterzeichnen die Beitrittsverträge.

11. Mai - Litauen stimmt über die EU-Mitgliedschaft ab.

16./17. Mai - Abstimmung in der Slowakei.

8. Juni - Die Polen sagen Ja zum EU-Beitritt ihres Landes.

15./16. Juni - Referendum in Tschechien.

14. September - Referendum in Estland.

20. September - Referendum in Lettland.

1. Mai 2004 - Die zehn ost- und südosteuropäischen Länder treten der EU bei. Damit wird die größte Erweiterungsrunde in der Geschichte der Gemeinschaft perfekt, die jetzt 25 Mitglieder hat.

(APA)

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