Elektrizität als Metapher

23. Dezember 2003, 11:54
posten

"Strom - die Oper" der Bregenzerin Johanna Doderer wird im März 2004 im Wiener Museumsquartier uraufgeführt

Wien - Die Pressekonferenz zu "Strom - die Oper", einem "Multimediakunstwerk" von Johanna Doderer, fand am Mittwoch symbolträchtig im Kraftwerk Wien Simmering statt, die Uraufführung am 25. März 2004 wird in der Halle E des Wiener MuseumsQuartiers über die Bühne gehen (weitere Aufführungen am 26. und 27.3.). "Das Stück hat mehrere Ebenen", erläuterte die gebürtige Bregenzerin Doderer (34), die am Landeskonservatorium Vorarlberg Klavier und Komposition und anschließend in Graz bei Beat Furrer und in Wien bei Erich Urbanner Komposition studierte.

"Stofflich basiert es auf den 'Bakchen' des Euripides, die ich neu interpretiert und vor allem auf den Konflikt zwischen Dionysos und Pentheus fokussiert habe." Von Johanna Doderer stammt sowohl die Komposition als auch das Libretto.

Inszenierung als "work in progress"

"Die Oper selbst ist tonal komponiert. Die zweite Ebene thematisiert das Phänomen Strom und die Klangwelten, die bei der Produktion und dem Transport von Strom erzeugt werden. Diese Klänge wurden aufgenommen, digitalisiert und neu geformt - so entstanden elektronische Klangwelten, die integrativer Bestandteil der Aufführung sind, ebenso wie wir Videoproduktionen zeigen", so Doderer. "Strom ist in dem Stück Metapher: für Spannung, für das unendliche Fließen, für Ekstase und Trance, wie sie auch im Euripides-Stück Thema ist. Alle Darstellungsebenen verfließen zu einem einzigen Ganzen." Wienstrom ist Hauptsponsor der Produktion.

An der Inszenierung, die als "work in progress" verstanden wird, sind u.a. der Filmer Asher Tlalim, der Tondesigner Markus Moll, die Bühnenbildnerin und Designerin Christine Tinnacher und der Choreograph Norbert Steinwarz beteiligt. Seit Monaten werden dafür vornehmlich im Kraftwerk Simmering Tonaufnahmen gemacht. Doderer: "Wir proben auch dort, so dass die Darsteller gewissermaßen aus sich heraus einen Bezug zur Thematik Strom erhalten." Als Dirigent ist Andres Orozco-Estrada engagiert, den Dionysos singt Nicholas Hariades, den Pentheus Georg Lehner. (APA)

Share if you care.