Gröden: Daron Rahlves im Training voran

18. Dezember 2003, 14:37
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Walchhofer als bester ÖSV-Läufer an dritter Stelle, Fritz Strobl Fünfter - Vier Abfahrer in der ÖSV-Ausscheidung am Donnerstag

Santa Cristina - Der Auftakt zum 44. Saslong-Classic-Wochenende in Gröden wurde für die Athleten am Mittwoch gleich zur Geduldprobe. Ein neuer, zu weit geratener Sprung vor der Mauer musste nach vier Läufern und einem schweren Sturz des Kanadiers Erik Guay entschärft werden, das Training verzögerte sich daraufhin um rund eine Stunde. Schnellster im ersten Abtasten für die Samstag-Abfahrt auf der Saslong war der US-Amerikaner Daron Rahlves (1:58,34 Minuten), dahinter folgten Vorjahressieger Antoine Deneriaz (+0,02 Sekunden) sowie Österreichs Weltmeister Michael Walchhofer (0,32).

Vier Mann um eine Startnummer

Erstmals richtig spannend wird es aus ÖSV-Sicht am Donnerstag. Da werden sich mit Josef Strobl (am Mittwoch 32.), Christoph Gruber (25.), Peter Rzehak (16.) und Werner Franz (6.) vier Mann um den letzten freien Platz im besten Speed-Team der Welt matchen. Zehn fixe Tickets für die vierte Saison-Abfahrt nach Lake Louise und zwei Mal Beaver Creek haben Giger und Abfahrts-Coach Robert Trenkwalder vergeben. Fixstarter sind Walchhofer, Andreas Schifferer, Hans Knauß, Hermann Maier, Fritz Strobl, Stephan Eberharter, Klaus Kröll, Hannes Trinkl sowie über den Europacup Norbert Holzknecht und Johann Grugger.

Super-G-Aufstellungs-Poker

Allrounder Benjamin Raich wird bei der ersten Saison-Abfahrt auf europäischem Schnee sein Glück gar nicht erst versuchen, der Tiroler soll für den Super-G am Freitag geschont werden. Für den zeichnet sich ebenfalls ein Aufstellungs-Krimi ab. "Eine ganz besonders knifflige Aufgabe", grübelte Herren-Chef Toni Giger, der das SG-Aufgebot Donnerstag nach der Abfahrts-Quali bekannt geben wird.

"Keine Gaudi"

"Die lernen nie dazu", meinte Gesamt-Weltcup-Sieger Stephan Eberharter (15.) über die Konstruktion des neuen Sprunges, der selbst in entschärftem Zustand (bei der Kante wurden 20 Zentimeter abgetragen) bis zu 50 Meter weit ging. Auch Olympiasieger Fritz Strobl war vom ersten Trainingslauf nicht allzu begeistert: "Gaudi war das heute keine, gleich eine erste Nervenprobe", meinte der Kärntner über die lange Wartezeit, die in weiterer Folge eine relativ schlechte Sicht mit sich brachte.

Maier skeptisch: "Gleicher Käse wie immer"

Hermann Maier, am Mittwoch Neunter, ist in Gröden noch sieglos und das wird laut eigener Einschätzung bei seinem ersten Antreten auf der Saslong seit 2000 auch so bleiben. "Sieg wird's keiner", meinte der Salzburger, dem die Abfahrt nicht wirklich liegt. "Man kann die gute Technik nicht ausspielen. Die Kurven sind so lange, dass man gar nicht weiß, was man währenddessen machen soll. Der gleiche Käse wie immer", fasste Maier seine "Leidenschaft" kurz zusammen.

Die Qual der Wahl

Mit Gruber, Rzehak, Franz und Pepi Strobl müssen einmal mehr vier Podestanwärter in die Knochenmühle Qualifikation. "Die Situation ist alles andere als lustig", erklärte Trenkwalder zum wiederholten Mal. Ein Blick auf die Visitenkarten des Quartetts sagt alles: Franz, der in Gröden seine erste Chance in dieser Saison erhält, stand alleine auf der Saslong drei Mal auf dem Abfahrts-Podest. Strobl hat drei Weltcup-Abfahrtssiege vorzuweisen, Rzehak vier zweite Plätze und Gruber war 2002 immerhin noch Starter in der Olympia-Abfahrt von Salt Lake City.

Reichelt vor Comeback

Im Super-G könnte Youngster Hannes Reichelt sein Comeback geben. Der 23-Jährige hatte sich Anfang November bei einem schweren Sturz auf der Reiteralm an der rechten Schulter und im linken Knie verletzt, eineinhalb Monate später fiebert Reichelt nun seiner Rückkehr entgegen. Herren-Boss Giger gab sich jedoch noch abwartend, denn zunächst stehen noch abschließende Trainingseinheiten und Tests auf dem Programm: "Wir müssen erst einmal schauen, ob der Hannes überhaupt schon so weit ist." (APA)

Abfahrtstraining Gröden:

 1. Daron Rahlves (USA)       1:58,34 Min.
 2. Antoine Deneriaz (FRA)      +0,02 Sek.
 3. Michael Walchhofer (AUT)     0,32
 4. Bryon Friedman (USA)         0,47
 5. Fritz Strobl (AUT)           0,50
 6. Werner Franz (AUT)           0,65
 7. Kristian Ghedina (ITA)       0,76
 8. Didier Cuche (SUI)           1,09
 9. Hermann Maier (AUT)          1,13
10. Ambrosi Hoffmann (SUI)       1,30
11. Peter Fill (ITA)             1,31
12. Patrik Järbyn (SWE)          1,59
13. Bjarne Solbakken (GER)       1,61
14. Max Rauffer (GER)            1,62
15. Stephan Eberharter (AUT)     1,66
16. Peter Rzehak (AUT)           1,67
    weiter:
21. Hans Knauß (AUT)             2,12
25. Christoph Gruber (AUT)       2,35
31. Hannes Trinkl (AUT)          2,61
32. Josef Strobl (AUT)           2,63
38. Norbert Holzknecht (AUT)     2,96
40. Andreas Schifferer (AUT)     3,05
44. Klaus Kröll (AUT)            3,25
48. Johann Grugger (AUT)         3,67
51. Bode Miller (USA)            3,79
60. Florian Eckert (GER)         4,31
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