USA strafen Sun wegen China-Exporten

28. Dezember 2003, 19:08
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Streitpunkt Dual-Use-Technologie

Sun Microsystems muss 291.000 Dollar Strafe zahlen, nachdem die Firma angeblich Computer für militärische Zwecke nach China und in andere Länder geschickt haben soll. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf eine Bekanntgabe des US-Handels-Ministeriums. Damit habe das Unternehmen gegen die Ausfuhrbestimmungen verstoßen.

Streitpunkt Dual-Use-Technologie

Die Behörden sind offenbar insbesondere über den Handel mit so genannter Dual-Use-Technologie beunruhigt. Darin inbegriffen sind Computer, Software und Telekommunikations-Geräte, die sowohl militärisch als auch zivil nutzbar sind. Die Zahl der Exporte solcher Technologie nach China, Indien, Russland und in andere Ländern mit bekanntem oder vermutetem Nuklear-Waffen-Programm steigt angeblich an.

Raketen-Forschung

Der Fall Sun ist deswegen so besonders, weil hier eines der bekanntesten Technologie-Unternehmen mit einer Strafe belegt wurde. Insgesamt 24 Vergehen gegen die Ausfuhrbestimmungen werden Sun und zwei Tochter-Firmen aus Hongkong zur Last gelegt. Unter anderem sei der leistungsstarke Server E5000, obwohl für die Verschiffung nach Hongkong ausgegeben, im Changsha-Institut für Wissenschaft und Technik in China aufgetaucht. Dieses Institut bietet nach Angaben von US-Beamten Kurse zur Spezialisierung in der Raketen-Forschung an.

269.000 Dollar

Nun muss Sun 269.000 Dollar Strafe zahlen. Die beiden Tochter-Unternehmen in Hongkong jeweils 11.000 Dollar. Den Tochter-Unternehmen wurde zusätzlich der Verkauf jeglicher Waren an das Changsha-Institut verboten. Sun wird die Strafe zahlen, ohne der Anklage zuzustimmen oder ihr zu widersprechen, berichtete das WSJ unter Berufung auf eine Stellungnahme des Unternehmens. (pte)

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