Wolken über Constantia-Iso

23. Dezember 2003, 09:33
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Anlegerschützer wollen Abfindungspreis gerichtlich überprüfen

Wien - Der Turnauer-Konzern Constantia-Iso macht jetzt mit dem bereits angekündigten Börsenrückzug ernst: In den kommenden 25 Tagen sollen die Kleinaktionäre ihre Papiere verkaufen. Allerdings handelt sich die Constantia, in deren Aufsichtsrat auch der vermutliche künftige Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, sitzt, damit erhebliche Probleme vonseiten der Anlegerschützer ein.

Anlegerschützer empört

Als "empörend" empfindet Anlegerschützer Wilhelm Rasinger das am Dienstag veröffentlichte Übernahmeangebot der Constantia-Iso für 1,6 Millionen Aktien Streubesitz an der Wiener Börse. Nicht nur der nun gebotene Preis von 8,42 Euro je Aktie sei viel zu niedrig, weil ein Drittel unter Buchwert der Aktie, sondern auch der Modus der Abwicklung stört den Präsidenten des Interessenverbandes der Anleger (IVA): Dass die Gesellschaft die mit rund 14 Mio. Euro veranschlagten Kosten des Rückkaufs selbst zu tragen habe und nicht die Turnauer-Industriestiftung, die hinter dem Offert stehe, ist für Rasinger "sehr ärgerlich". Angesichts eines Eigenkapitalanteils von 38 Prozent könne man nicht behaupten, dass die Constantia-Iso im Geld schwimme.

Er rät jedenfalls allen Kleinaktionären, dieses Angebot nicht anzunehmen. Knackpunkt dabei wird die für eine gerichtliche Überprüfung des Angebotspreises notwendige Summe von rund 70.000 Stück Aktien sein. Rasinger ist überzeugt, diese zusammenzubringen, und gibt sich kämpferisch: "Ich gehe, wenn nötig, bis zum Obersten Gerichtshof, denn das ist wieder ein Anlassfall, diese prohibitive Grenze für eine Überprüfung des Angebotspreises zu Fall zu bringen." (Karin Bauer, DER STANDARD Printausgabe, 17.12.2003)

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