BBC-Korrespondenten dürfen keine Zeitungs-Kolumnen schreiben

5. Jänner 2004, 09:30
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Nachwirkungen der Kelly-Affäre

Festangestellte und hoch bezahlte Korrespondenten des britischen Rundfunk- und Fernsehsenders BBC dürfen künftig nicht mehr Meinungskolumnen für große Tageszeitungen schreiben. Das verfügte der BBC-Aufsichtsrat nach einer Mitteilung vom Dienstag. "Die Unparteilichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Rufes der BBC und ihres Journalismus", hieß es in einer Erklärung.

"Rein und unparteilich"

Journalisten, die ihr Haupteinkommen nicht von der BBC beziehen, sind nicht betroffen. Die Maßnahme steht nach Ansicht politischer Beobachter zweifellos in Zusammenhang mit dem Bestreben der BBC, nach den Enthüllungen der Kelly-Affäre "rein und unparteilich" dazustehen.

In Zusammenhang mit der richterlichen Untersuchung des Selbstmords des britischen Waffenexperten David Kelly im Sommer hatte die BBC "Versäumnisse" bei der Berichterstattung über die Massenvernichtungswaffen des Irak eingestanden. Betroffen von dem Verbot ist unter anderem der Fernsehjournalist John Simpson, der in den letzten Jahren aus Afghanistan und dem Irak berichtet hat. Der politische Korrespondent und frühere Chefredakteur des "Independent", Andrew Marr, darf auch keine wöchentliche Zeitungsspalte mehr schreiben. Dasselbe gilt für den Moderator des beliebten Morgenmagazins "Today", John Humphreys. (APA/dpa)

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