Sky News wegen Berichterstattung bestraft

22. Dezember 2003, 11:22
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Verletzung der Sorgfaltspflicht kostet dem Sender 50.000 Pfund

Sky News muss wegen eines verfälschten Berichtes während des Golfkrieges 50.000 Pfund (rund 70.740 Euro) Strafe zahlen. Der Reporter James Forlong hatte am 21. März 2003 den Abschuss eines Marschflugkörpers von einem U-Boot der Royal Navy beschrieben und dabei den Eindruck erweckt, dass das Filmmaterial von im Rahmen des Konfliktes stattfindenen Kampfhandlungen stamme. In Wirklichkeit handelte es sich, wie im vergangenen Juli aufgedeckt wurde, um Archivbilder und das U-Boot war zu diesem Zeitpunkt gar nicht auf See. Diesen klaren Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht hat, wie der Media Guardian Dienstag, berichtete, die Independent Television Comission (ITC) nun mit der empfindlichen Strafe gegen Sky News geahndet.

"Nicht mit der notwendige Sorgfalt präsentiert"

"Die Kommission kam zum Schluss, dass der Bericht nicht mit der notwendigen Sorgfalt präsentiert wurde", erklärte ein ITC-Sprecher die Entscheidung. "Die Zuschauer verlassen sich auf die Richtigkeit von Nachrichtensendungen, besonders in Kriegszeiten." Aber die ITC versäumte nicht, auch lobende Worte für Sky News zu finden. So habe der Sender nicht versucht, "die Bedeutung des Vorfalles hinunterzuspielen". Zudem handle es sich um einen isoliert zu betrachtenden Verstoß. Die übrige Irak-Krieg-Berichterstattung von Sky News sei nicht in Frage gestellt worden.

Auf Forlong, der bereits zehn Jahre lang für Sky News tätig gewesen war, wurde nach Bekanntwerden der Geschichte entlassen und beging im Oktober Selbstmord. Vor seinem Tod zeigte er sich reuig: "Es war eine falsche Entscheidung, die ich zutiefst bedauere. Ich hatte nie die Absicht, die Zuschauer zu täuschen." (pte)

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