Weichenstellung für ein Festival: Stadt fördert ausschließlich Diagonale der Filmschaffenden
Graz/Wien - Der Grazer Gemeinderat hat Montagabend mit einem Mehrheitsbeschluss von SPÖ, KPÖ und Grünen gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ beschlossen, die rund 200.000 Euro Förderung für das Festival des österreichischen Films zur Gänze an die "originale Diagonale" zu vergeben.
Ursprünglich war an eine Aufteilung der Mittel zwischen dem von Filmschaffenden getragenen Alternativfestival (3. bis 7. 3.) und der offiziellen Diagonale '04 (13. bis 18. 3.) unter Leitung von Miroljub Vuckovic und Tillmann Fuchs gedacht worden (DER STANDARD berichtete). Letztere geht nun leer aus.
Wie der Grazer SP-Klubobmann Karl-Heinz Herper gegenüber dem STANDARD mitteilte, sei dies auch als "letztmalige vorweihnachtliche Aufforderung" an Kunststaatssekretär Franz Morak (VP) zu verstehen, Einsicht zu zeigen und der "originalen Diagonale" den Vorzug zu geben. Jetzt sei die "Stunde der Entscheidung". Am Donnerstag tage außerdem die Grazer Tourismuskommission, auch deshalb sei es wichtig gewesen, Klarheit bezüglich der städtischen Subventionsvergabe zu schaffen.
Kein Kommentar
Kunstaatssekretär Morak führt derweil laut Auskunft seiner Pressesprecherin Katharina Stourzh in Sachen Diagonale weiterhin Gespräche mit dem Obmann des Dachverbands der österreichischen Filmschaffenden, Kurt Mayer. Auch die aktuelle Situation bezüglich der Grazer Förderung werde dabei wohl berücksichtigt. Auf die Frage, wie realistisch es überhaupt noch sei, dass im März 2004 auch die offizielle Diagonale stattfinden werde, wollte Stourzh vor diesem Hintergrund nicht eingehen.
Tillmann Fuchs, als kaufmännischer Leiter der Diagonale '04 für deren Budget zuständig, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der "originalen Diagonale" liegen inzwischen nach eigenen Angaben bereits mehr als 200 Filmeinreichungen für das Festival vor. (irr/DER STANDARD, Printausgabe, 17.12.2003)