Deutlicher Anstieg bei Mini-Jobs

1. Jänner 2004, 19:22
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Die Zahl der Geringfügig Beschäftigten steigt kontinuierlich - Mehr als doppelt so viel Frauen wie Männer betroffen

Wien - Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist im November saisonal bedingt wieder deutlich angestiegen. Sie betrug nach Angaben des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger 220.682 und erreichte damit den zweithöchsten jemals erreichten Wert.

Im Vormonat waren 64.611 Männer und 156.071 Frauen geringfügig beschäftigt. Sieht man sich die November-Werte der letzten drei Jahre an, geht der Zulauf zur Geringfügigen Beschäftigung weiter deutlich nach oben, und zwar im Schnitt um rund 5.000 jährlich.

Zu den geringfügig Beschäftigten kommen noch die geringfügigen Dienstverträge. Diese betrugen im November 44.205. Davon waren 17.822 auf Männer und 26.383 auf Frauen entfallen.

24.388 freie Dienstverträge

Die Zahl der freien Dienstverträge, die über der Geringfügigkeitsgrenze von 301,54 Euro liegen, betrug im Oktober 24.388. Die Aufteilung nach Frauen (12.192) und Männern (12.196) ist hier fast völlig ausgeglichen.

Der Freie Dienstnehmer gilt in der Sozialversicherung zwar als Unselbstständiger, aber in allen anderen Bereichen als Selbstständiger. Das heißt, im steuerlichen Bereich ist er einkommenssteuerpflichtig, im Arbeitsrecht gelten überhaupt keine Normen, er hat keinen Urlaubsanspruch, keinen Abfertigungsanspruch und keinen Entgeltfortzahlungsanspruch im Krankheitsfall.

Weniger "Freie"

Während die Zahl der geringfügig Beschäftigten fast kontinuierlich (mit Ausnahme saisonaler Gründe) steigt, geht jene der Freien Dienstnehmer leicht zurück.

1998 wurden geringfügig Beschäftigte in die Sozialversicherung aufgenommen. Sie können selbst entscheiden, ob sie Sozialversicherungsbeiträge bezahlen wollen oder nicht.

Für den Dienstgeber ist die Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen dann Pflicht, wenn er mehrere geringfügig Beschäftigte angestellt hat, die zusammen mehr als das Eineinhalbfache der Geringfügigkeitsgrenze (derzeit 309,38 Euro) verdienen.

Nachfolgend die Entwicklung der Zahl der geringfügig Beschäftigten:

2001

Monat Männer Frauen ALLE
Jänner 56.700 143.965 200.665
Februar 55.593 144.137 199.730
März 58.912 146.963 205.875
April 58.502 147.995 206.497
Mai 58.860 149.248 208.108
Juni 59.330 150.037 209.367
Juli 56.011 147.021 203.032
August 55.041 145.710 200.751
September 54.839 145.527 200.366
Oktober 58.476 149.047 207.523
November 59.471 150.621 210.092
Dezember 59.379 150.856 210.235

2002

Monat Männer Frauen ALLE
Jänner 59.368 149.834 209.202
Februar 58.262 148.993 207.255
März 61.423 151.589 213.012
April 60.949 151.521 212.470
Mai 61.571 153.274 214.845
Juni 62.031 153.409 215.440
Juli 58.555 150.813 209.368
August 58.073 149.254 207.327
September 57.633 149.178 206.811
Oktober 61.964 152.698 214.662
November 62.507 153.232 215.739
Dezember 62.746 154.083 216.829

2003

Monat Männer Frauen ALLE
Jänner 62.192 152.834 215.026
Februar 60.174 151.225 211.399
März 64.012 154.919 218.931
April 63.276 155.130 218.406
Mai 63.916 156.097 220.013
Juni 64.492 156.674 221.166
Juli 60.978 153.475 214.453
August 60.494 152.507 213.001
September 60.207 152.449 212.656
Oktober 64.020 155.389 219.409
November 64.611 156.071 220.682

(APA)

  • 220.682 "Geringfügige" im November - ein Teilaspekt des so genannten McJob-Phänomens
    montage: derstandard.at

    220.682 "Geringfügige" im November - ein Teilaspekt des so genannten McJob-Phänomens

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