Zwei Medien-Pläne für Bekanntgabe der Festnahme Saddam Husseins

5. Jänner 2004, 12:58
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Bilder des Ex-Diktators sollten so schnell wie möglich veröffentlicht werden

Washington - Der Plan für die weltweite Veröffentlichung der Nachricht von der Gefangennahme von Saddam Hussein ist von den US-Behörden im Irak unter dem Codenamen "HVT No.1" - "High Value Target No. 1" (Hochwertiges Ziel Nummer Eins) entwickelt worden. Dies sei die Antwort des Pentagon auf die nicht gut aufgenommenen Berichte über die Entdeckung der Saddam-Söhne entstanden, berichtet die "New York Times".

Udai und Kusai: Fotos der Leichen veröffentlicht

Die beiden Söhne von Saddam Hussein, Udai und Kusai, waren im Juli in einem Versteck entdeckt worden und bei einem Gefecht mit US-Truppen ums Leben gekommen. Nach der offiziellen Mitteilung über ihren Tod waren im arabischen Raum Verschwörungstheorien aufgetaucht, bei den beiden Männern habe es sich vielleicht gar nicht um die Saddam-Söhne gehandelt. Daraufhin hatten die US-Behörden Aufnahmen der getöteten Männer veröffentlicht, die durch die Schusswunden schwer verunstaltet waren. Diese Veröffentlichungen waren wiederum als erniedrigende "Zur-Schaustellung" kritisiert worden.

Um Gerüchte und Verschwörungstheorien zu entkräften

Um diesmal keinen Raum zur Entstehung von Gerüchten zu lassen sollten die Nachrichten von der Gefangennahme bereits gleichzeitig mit den Bildern der Festnahme verbreitet werden, berichtet die Zeitung. Außerdem seien Iraker in die Verlautbarung der Nachrichten eingebunden worden. Damit wollten die Medienstrategen im US-Verteidigungsministerium das Misstrauen in der irakischen Bevölkerung und der arabischen Welt abbauen, das dort gegenüber allen offiziellen Nachrichten bestehe, auch wenn sie von unabhängigen Nachrichtenorganisationen berichtet und verifiziert werden.

Zwei Medien-Pläne

Zwei Medien-Pläne seien entwickelt worden für die Gefangennahme Saddam Husseins, erläuterte Gary Thatcher, Direktor für strategische Kommunikation bei der US-Verwaltung des Irak: Einer für den Fall, dass der ehemalige Diktator lebend gefangen wurde, der andere für den Fall eines tot aufgefundenen Saddam Hussein. Im zweiten Fall sei eine schnelle Identifizierungsmöglichkeit geplant gewesen, um schon vor dem Ergebnis des zeitaufwändigen DNA-Tests Gewissheit zu haben. In beiden Fällen sollten die Bilder von Saddam Hussein so schnell wie möglich über die Medien verbreitet werden. (APA)

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