Im Spiegelzelt der Illusionen

15. Jänner 2004, 14:51
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Dinner und Artisten im Palazzo, einem nostalgischen Spiegelzelt bei der Hohen Warte

Das Dinner mit Evgeniy Voronin im nostalgischen Spiegelzelt bei der Hohen Warte verspricht anfangs nicht unbedingt unterhaltsam zu werden: Der rachitische Graf, der jeden mit seinen stechenden Augen durchdringt, ist zwar unglaublich cool (er steckt die Brust eines Lakaien in Brand, um auf ihr ein Spiegelei zu braten, bevor er sich mit der Flamme eine Zigarette anzündet), aber stumm wie ein Fisch. Das Plappern überlässt der leichenblasse Gastgeber, ein begnadeter Illusionist, wie sich herausstellt, lieber einem Vierzehnjährigen: Clemens Schreiner, nicht auf den Mund gefallen, stellt all die sonderbaren Menschen vor, die der Graf zur Unterhaltung seiner Gäste im Palazzo aufgeboten hat. Den Artisten gelingt neben den Kunststücken noch ein weiteres: vom Menü der angeblichen Starköche Reinhard Gerer und Toni Mörwald abzulenken. Geboten werden Thrill (wie viele der 15 Hula-Hoop-Reifen, die Denise Randol kreisen lässt, werden flugs auf irgendwelchen Tischen landen?) wie Komik (hinreißend die keusche Sabine Maier am Trapez) und jede Menge feiner Gags: Ein Diener zieht am Seil - und im Dach des Zeltes beginnen die Kirchenglocken zu läuten. Sehr nett. (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2003)
Palazzo
Spiegelpalast beim Casinostadion Hohe Warte
täglich (außer Montag) bis 31. Jänner
Spezielles Silvesterprogramm
01/581 29 00
Sonntags 18 Uhr
ansonsten 19.30 Uhr
  • Treuer Diener seines stummen Herrn: Clemens Schreiner
zumeist am Wochenende der Conférencier.
    foto: palazzo

    Treuer Diener seines stummen Herrn: Clemens Schreiner zumeist am Wochenende der Conférencier.

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