Hollywood-Schauspielerin Jeanne Crain gestorben

16. Dezember 2003, 00:14
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Für Rolle in Elia Kazans Filmklassiker "Pinky" für den Oscar nominiert

Los Angeles - Die Hollywood-Schauspielerin Jeanne Crain, die einst mutig gegen die Rassendiskriminierung in den USA auftrat, ist tot. Nach US-Medienberichten vom Montag starb sie am Sonntag im Alter von 78 Jahren nach einem Herzanfall in ihrem Haus in Santa Barbara (Kalifornien).

Crain hatte in Elia Kazans Filmklassiker "Pinky" die Hauptrolle einer hellhäutigen Afro-Amerikanerin gespielt, die sich als Weiße ausgibt und nach Aufdeckung ihres Geheimnisses mit Hasstiraden überzogen wird. Die Rolle, um die sich mehrere Afro-Amerikanerinnen vergeblich beworben hatten, brachte der weißen Schauspielerin eine Oscar-Anwartschaft ein. Die Nominierung blieb allerdings trotz einer langen Hollywood-Karriere die einzige Anerkennung Crains durch die US-Filmakademie.

Zählte zu den Hollywood-Traumfrauen der Fünfziger und Sechziger Jahre

Insgesamt drehte sie 64 Filmen, darunter "Endstation Hölle", "Er kam, sah und siegte", "Das gibt es nur in Kansas" und "Eine Dachkammer für zwei". In den fünfziger und sechziger Jahren wurde die gut aussehende Frau, die an der Seite von Frank Sinatra, Kirk Douglas und William Holden spielte, zu den Traumfrauen Hollywoods gezählt.

Doch am bekanntesten blieb ihre Rolle in dem 1949 gedrehten Streifen "Pinky", der im damals noch weitgehend rassistischen Süden der USA Proteststürme auslöste. Städte in Texas untersagten die Aufführung - unter anderem, weil in dem Film ein weißer Mann Pinky heiraten will, obwohl er ihre afro-amerikanische Abstammung kennt.

In ihrer Familie habe sie nie Rassenvorurteile kennengelernt, sagte Crain Jahrzehnte später in einem Interview. "Wenn alle Eltern ihre eigene Voreingenommenheit und Intoleranz vor ihren Kindern verstecken würden, dann hätten wir eine Generation später eine andere Welt." (APA/dpa)

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    Crain, engagierte Hollywood-Schönheit im Kampf gegen Rassendiskriminierung: "Wenn alle Eltern ihre eigene Voreingenommenheit und Intoleranz vor ihren Kindern verstecken würden, dann hätten wir eine Generation später eine andere Welt."

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