Hintergrund: Sparmeister der AUA-Gruppe

1. Jänner 2004, 20:21
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Kapitäne verdienen in der höchsten Stufe nicht einmal die Hälfte des AUA-Höchstgehalts

Wien - Am Hungertuch nagen müssen zwar auch die Mitarbeiter der Regionalfluggesellschaft Tyrolean Airways nicht, im Vergleich zur Muttergesellschaft Austrian Airlines (AUA) und der "Schwester", dem Ferienflieger Lauda Air, nehmen sich die Gehälter für Tyrolean-Piloten und Flugbegleiter aber beinahe bescheiden aus. Zudem war der Regionalflieger aus Tirol stets hochprofitabel und glich mit seinen positiven Ergebnissen wiederholt auch frühere Verluste von AUA und Lauda ab. Seit der Zusammenführung der drei Gesellschaften Ende 2000 werden keine gesonderten Ergebnisse mehr ausgewiesen.

Von den jährlich rund 140 Mio. Euro, die der Konzern jährlich an die Piloten bezahlt, entfallen 21 Prozent an Tyrolean-Kapitäne, die mit 356 Piloten immerhin 34 Prozent des gesamten 1.030 Personen starken Piloten-Corps ausmachen. Bisher entfällt der Löwenanteil der gesamten Pilotengehälter mit 90 Mio. Euro auf die rund 470 Piloten der Austrian Airlines (AUA), die seit Mitte September unter dem neuen Markennamen "Austrian" fliegt. Die verbleibenden 50 Mio. Euro teilen sich die Piloten der Lauda Air (210 Personen, 20 Mio. Euro) und jene der "Austrian arrows", wie die Tyrolean (356 Personen, 30 Mio. Euro) laut neuem Markenauftritt künftig heißt.

Neue Regelungen bis Ende März

Das neue, Mitte November grundsätzlich vereinbarte neue gemeinsame Gehaltsschema für AUA- und Lauda Air-Piloten ist hier noch nicht berücksichtigt, da noch nicht in Kraft getreten. Bis Ende März sollen die neuen Regelungen in neue Kollektivverträge (KV) gegossen sein. Vorgesehen ist ein gemeinsames neues Gehaltsschema, das zwischen den Niveaus von AUA und Lauda Air liegt.

Bei den Einstiegsgehältern für Co-Piloten liegen die drei Marken noch relativ nahe beieinander: Ein III. Offizier bei der Austrian verdient monatlich 2.218,18 Euro brutto, nach etwa fünf Monaten bekommt er als II. Offizier 2.907,44 Euro. Bei Lauda Air bekommen "Einsteiger" 1.887 Euro monatlich, bei Austrian arrows 1.849,50 Euro. Jährlich gibt es 14 Monatszahlungen.

46,6 Prozent des AUA-Höchstgehalts

Nach jährlichen Gehaltsvorrückungen können Austrian-Piloten bei maximaler Dienstzugehörigkeit ein Kapitänsgehalt (ohne Zulagen) von 12.745,44 Euro monatlich erreichen. Ihre Kollegen von der Lauda Air bringen es auf maximal 8.282 Euro (65 Prozent des Austrian-Niveaus), Austrian arrows-Kapitäne auf 5.912,02 Euro, das sind 46,4 Prozent der Muttergesellschaft Austrian.

Diese Gehaltssummen verstehen sich inklusive Nebenkosten. Die gesamte AUA-Gruppe hat insgesamt rund 1.030 Piloten. Die Austrian-Piloten bilden 44,7 Prozent des Piloten-Corps, verdienen aber 64 Prozent der Pilotengehälter in der Gruppe.

Zusätzlich gibt es für die Piloten noch eine Reihe zusätzlicher "Zuckerl" wie einen Firmenpensionsanspruch ab dem 55. Lebensjahr von 60 Prozent des letzten Monatsgehalts, Hinterbliebenenpension, sechs Wochen Urlaub bereits nach 14 Dienstjahren und vergleichsweise hohe Abfertigungsansprüche von 30 bzw. 39 Monatsgehältern nach 25 Dienstjahren. (APA)

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