Offizielle Stellungnahme von US-Präsident Bush

27. Dezember 2003, 11:59
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"Niemand braucht mehr die Herrschaft Saddam Husseins zu fürchten" - Festnahme "bedeutet kein Ende der Gewalt"

Washington - US-Präsident George W. Bush reagierte am Sonntag mit einer Fernsehansprache auf die Festnahme des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein. Im Folgenden den Wortlaut der Erklärung:

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"Gestern, am 13. Dezember gegen 20.30 Uhr Ortszeit Bagdad, haben Militärkräfte der Vereinigten Staaten Saddam Hussein lebend gefasst. Er wurde in der Nähe eines Bauernhofes außerhalb von Tikrit bei einem raschen Angriff entdeckt, der ohne Verluste ausgeführt wurde. Jetzt wird dem einstigen Diktator des Irak die Gerechtigkeit widerfahren, die er Millionen verwehrt hat. Die Festnahme dieses Mannes war entscheidend für das Entstehen eines freien Irak. Sie markiert für ihn das Ende seines Weges und für alle diejenigen, die in seinem Namen drangsaliert und getötet haben.

Für die Mitglieder der Baath-Partei, die in hohem Maße für die derzeitige Gewalt verantwortlich sind, wird es keine Rückkehr zu der korrupten Macht und zu den Privilegien geben, die sie einst innehatten. Für die große Mehrheit der irakischen Bürger, die als freie Männer und Frauen leben wollen, bringt dieses Ereignis weitere Gewissheit, dass die Folterkammern und die Geheimpolizei für immer vorbei sind.

"Mit Geschick und Präzision"

Und an diesem Nachmittag habe ich eine Botschaft an das irakische Volk: Niemand braucht sich mehr vor der Herrschaft Saddam Husseins zu fürchten. Alle Iraker, die sich für die Seite der Freiheit entscheiden, sind auf der Seite der Gewinner. Die Ziele unserer Koalition sind die gleichen Ziele wie die ihrigen: Souveränität für Ihr Land, Würde für Ihre große Kultur und für jeden irakischen Bürger die Möglichkeit für ein besseres Leben. In der Geschichte Iraks ist eine dunkle und schmerzvolle Ära zu Ende. Ein Tag voller Hoffnung ist angebrochen. Alle Iraker können nun zusammenkommen und die Gewalt zurückweisen und einen neuen Irak aufbauen.

Der Erfolg der gestrigen Mission ehrt unsere Männer und Frauen, die nun im Irak Dienst tun. Die Operation erfolgte auf der Basis einer exzellenten Arbeit der Geheimdienstexperten, die Saddam Husseins Spuren in einem großflächigen Land fanden. Die Operation wurde mit Geschick und Präzision von einer tapferen Kampfeinheit ausgeführt. Unsere Dienst tuenden Männer und Frauen und unsere Koalitionsverbündeten sind bei der Fahndung nach Mitgliedern des gestürzten Regimes und in ihrem Bemühen, dem irakischen Volk Hoffnung und Freiheit zu geben, zahlreiche Gefahren eingegangen. Ihre Arbeit dauert an, und damit bestehen auch die Risiken weiter. Heute danke ich im Namen der Nation den Mitgliedern der Streitkräfte, und ich gratuliere ihnen.

"Von Festnahme zu Festnahme"

Ich habe auch eine Botschaft für alle Amerikaner: Die Gefangennahme Saddam Husseins bedeutet nicht das Ende der Gewalt im Irak. Wir haben es noch immer mit Terroristen zu tun, die es vorziehen, unschuldige Menschen zu töten, statt das Entstehen der Freiheit im Herzen des Nahen Ostens zu akzeptieren. Solche Männer bedeuten eine direkte Bedrohung für das amerikanische Volk, und sie werden vernichtet.

Wir sind an diesen Punkt durch Geduld und Entschlossenheit und konzentrierten Einsatz gekommen, und das ist auch unsere Strategie, um voranzukommen. Der Krieg gegen den Terror ist verschieden von anderen Kriegen; er wird geführt von Festnahme zu Festnahme, von Zelle zu Zelle und von Sieg zu Sieg. Garant unserer Sicherheit ist unsere Beharrlichkeit und unser reine Glaube an den Erfolg der Freiheit. Und die Vereinigten Staaten von Amerika werden nicht weichen, bis dieser Krieg gewonnen ist. Möge Gott das irakische Volk segnen, und möge Gott Amerika segnen. Danke." (APA/AFP)

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    Freude bei US-Präsident Bush

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