Weiße Flecken in der "Frankfurter Rundschau"

15. Dezember 2003, 16:48
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Proteste der Redaktion gegen die Forderungen der Verleger bei Gehaltsverhandlungen

Frankfurt/Main - Aus Protest gegen die Forderungen der Verleger in der laufenden Tarifrunde für Tageszeitungsredakteure ist die "Frankfurter Rundschau" am Samstag mit vielen weißen Flecken erschienen. Die Leerstellen stünden für drohende Qualitätseinbußen, falls sich die Verleger mit ihren Forderungen durchsetzten, teilte die Redaktion ihren Lesern mit. Die geforderte Mehrarbeit laufe auf Entlassungen hinaus, die schon ausgedünnte Redaktionen nicht ohne Qualitätsverluste verkraften könnten.

Finanznot

"Wegen der Finanznot der FR hat die Redaktion eine Protestform gewählt, die das Erscheinen der Zeitung nicht gefährdet", heißt es auf Seite eins des Blattes. Die FR-Redaktion solidarisierte sich gleichzeitig mit Warnstreiks anderer Redaktionen und machte klar, "dass zeitweiliger krisenbedingter Verzicht nicht dauerhaftem Tarifdumping den Weg ebnen darf".

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) möchte das Urlaubsgeld von 100 auf 68 Prozent eines Monatsgehaltes senken, die Zahl der Urlaubstage pro Jahr um fünf verringern und die Arbeitszeit um 3,5 auf 40 Stunden steigern. In den Verhandlungen haben die Journalistengewerkschaften Öffnungsklauseln für Verlage in wirtschaftlicher Notlage angeboten. Die Verhandlungen werden an diesem Montag (15. Dezember) in Berlin fortgesetzt. (APA/dpa)

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    grafik: frankfurter rundschau
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