10.000 Iraker in US-Gefangenschaft

15. Dezember 2003, 10:27
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Verwandte protestieren vor dem Gefängnis - Entwaffnete Volks-Mujaheddin dürfen ihre Lager nicht verlassen

Bagdad - Die USA und ihre Verbündeten haben im besetzten Irak offenbar deutlich mehr Gefangene gemacht als bisher bekannt. US-Generalleutnant Ricardo Sanchez bezifferte am Samstag in Bagdad vor der Presse die Zahl der Häftlinge in Gewahrsam der Alliierten mit 10.000, zuvor war stets von 5.000 die Rede gewesen.

Proteste und Demonstrationen

Vor dem Abu Ghraib-Gefängnis protestierten am Samstag Verwandte der Inhaftierten. Ihnen war es bisher großteils nicht erlaubt worden, Kontakt zu ihren Verwandten aufzunehmen - sie demonstrieren auch, um zu wissen, wo sie sind und wie es ihnen geht.

Unter den Gefangenen auch die Volks-Mujaheddin

Unter den Gefangenen seien auch 3.800 Mitglieder der iranischen Exil-Widerstandsgruppe der Volks-Mujaheddin. Die Mitglieder der von Massud Rajavi geleiteten Gruppe dürften ihr Lager nordöstlich von Bagdad nicht verlassen, ihnen seien die Waffen abgenommen worden, sagte General Sanchez. Am 15. April hatten die US-Truppen im Irak mit der von Saddam Hussein unterstützten Exilorganisation ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Der von der US-Besatzungsmacht eingesetzte irakische "Regierungsrat" hat inzwischen die Ausweisung aller Milizionäre und Parteifunktionäre der Volks-Mujaheddin verfügt.

Verhandlungen über Auslieferung

Die US-Regierung hatte der iranischen Führung angeboten, die Aktivitäten der Volks-Mujaheddin noch stärker als bisher zu unterbinden. Der jordanische König Abdullah II. hat nach Informationen der arabischen Zeitung "Al Hayat" bei seinem jüngsten Besuch in Washington grünes Licht erhalten, um mit der iranischen Führung über die Auslieferung von 70 im Iran inhaftierten mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen zu verhandeln. (APA/red)

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    Irakische Frauen protestieren vor dem Abu Ghraib-Gefängnis gegen die Inhaftierung ihrer Verwandten und Männer. Vielen der Inhaftierten war der Kontakt zu ihren Verwandten verboten worden.

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    Ein Archivbild aus dem Jahr 1998 zeigt weibliche Kämpfer der iranischen Volks-Mujaheddin im Lager Ashraf, etwa 100 km nordöstlich von Bagdad.

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