Emco-Eigner Kovats gibt bei VA Tech weniger Gas

Redaktion
23. Dezember 2003, 09:32
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    apa/hans klaus techt

Mirko Kovats zieht sich im VA-Tech-Aufsichtsrat in die zweite Reihe zurück - Seine zeitlichen Kapazitäten braucht er offenbar für Emco

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Wien - Drei Monate nach der "Runderneuerung" des Aufsichtsrats der VA Tech und wenige Wochen nach dem Ausscheiden des Immobilieninvestors Peter Pühringer kam es am Freitag erneut zu einem Wechsel im Kontrollgremium des Linzer Anlagenbaukonzerns: Mirko Kovats, Galionsfigur des 19,05-Prozent-Aktionärs Victory Industriebeteiligung AG, legt seine Funktion als stellvertretender VA-Tech-Präsident zurück.

Kovats begründete seinen Rückzug auf die Position eines "einfachen" Aufsichtsratsmitglieds mit den "enormen zeitlichen Kapazitäten", die "die dringend erforderliche Neustrukturierung des gesamten Konzerns" binde.

Ein weiterer Grund dürfte freilich seine eigene, aus dem Salzburger Maschinenbauer Emco, dem Motorenhersteller ATB und der Anlagenbaufirma Austrian Energy bestehende Firmengruppe sein. Diese wächst nicht nur rasch - jüngster Zukauf war die spanische Austrian Energy -, sie hat offenbar selbst ein Sorgenkind.

Tiefrot statt hochweiß

Wie ein Blick in den Konzernabschluss zeigt, wies der Emco-Maier-Konzern 2002 bei einem um 2,9 Prozent gestiegenen Umsatz von 84 Millionen Euro nämlich einen Jahresverlust von 1,365 Mio. Euro aus. 2001 war die nach IAS bilanzierende Gruppe mit 8,1 Mio. Euro noch "hochweiß" gewesen.

Das mit 571 Beschäftigten erwirtschaftete operative Ergebnis (Ebit) schrumpfte von 13,09 Mio. Euro auf 457.806 Euro. Negativ war im Vorjahr auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (Vorsteuergewinn, EBT), es schmolz von 11,622 Mio. Euro auf minus 823.206 Euro.

Kovats gab zu den Ursachen des Einbruchs bei der auf die Herstellung von Elektroantriebsmotoren spezialisierten Unternehmensgruppe keine Stellungnahme ab. Emco habe mit seinem Funktionswechsel im VA-Tech-Aufsichtsrat aber nichts zu tun, ließ er ausrichten.

Weltweit rückläufige Nachfrage

Der Lagebericht in der Bilanz verweist auf die weltweit rückläufige Nachfrage nach Werkzeugmaschinen, der sich auch die Emco-Maier-Gruppe nicht entziehen habe können. Den Rest erledigte der Preisverfall, der den Umsatz der Emco Hallein um acht Prozent auf 65,9 Mio. Euro und das EBT um 90 Prozent auf 712.000 Euro schmelzen ließ.

Einsparungen verspricht man sich offenbar von dem im Herbst 2002 mit dem Berater Roland Berger erstellten Konzept, das Synergieeffekte im Bereich Vertrieb, Produktion und Entwicklung zwischen den Firmen der Emco-Gruppe, Intos und Magdeburg bringen sollte.

Fünf-Prozent-Umsatzrendite

Die von Kovats von der VA Tech geforderte fünfprozentige Umsatzrendite dürfte heuer jedenfalls nicht nur die VA Tech nicht bringen - sie ist auf Sanierungskurs - sondern auch Emco. Die Ziele bleiben ehrgeizig: "2003 sollen alle Unternehmen positive Zahlen ausweisen", sagt Kovats' Sprecherin Claudia Müller-Stralz auf STANDARD-Anfrage. Alle Unternehmen der Kovats-Gruppe (exklusive Immobilien, Hotels und Diskotheken) sollen heuer rund 640 Mio. Euro Umsatz erwirtschaften.

Zum neuen VA-Tech-Vizepräsidenten wurde Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater Günther Robol gewählt. (DER STANDARD Printausgabe, 12.12.2003, Luise Ungerboeck)

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