Pazifikraum in Veränderung begriffen

13. Dezember 2003, 20:00
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Kurzfristigem Regen folgen Durststrecken - Inseln wird geraten, größere Trinkwasserreservoirs anzulegen

Auckland - Klimaexperten sind bei einer Konferenz in Neuseeland zum Schluss gekommen, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung den Pazifikraum bereits voll erfasst haben. Die vorhergesagten Wetterkapriolen sind tatsächlich eingetreten, berichten sie im New Zealand Herald.

Der größte Teil der jährlichen Niederschläge fällt innerhalb von vier Regentagen. Der Rest des Jahres bleibt viel zu trocken. "Die Extreme sind am deutlichsten in den tropischen Gebieten Südostasiens und auf den pazifischen Inseln bemerkbar", so Blair Trewin vom Australian Meteorological Office. "In Neuseeland sind die Auswirkungen nicht so deutlich ausgeprägt", berichtet Jim Salinger vom National Institute of Water and Athmospheric Research (NIWA). Die ersten Auswirkungen sind aber Ausformungen von extremen Wetterbedingungen, führt der Experte aus. "So fällt es auf dem Aitutaki-Atoll in den Cook-Inseln auf, wenn die Niederschläge ausbleiben, da die Insulaner ihre Trinkwasserreservoirs durch den Regen auffüllen", so Salinger. Heftige Niederschläge sorgen hingegen dafür, dass alles weggewaschen wird. Der Experte rät daher Inseln größere Trinkwasserreservoirs zu errichten, um gegen die Trockenheit gewappnet zu sein.

Auswirkungen in Neuseeland

Experten vom Meteorological Service (MetService) in Neuseeland konnten gerade in diesem Südsommer tropische Bedingungen an der Nordküste der Nordinsel feststellen. "Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass es in den kommenden Wochen dort zu extremen Niederschlägen und Überschwemmungen kommen wird", meint Bob McDavitt vom MetService. Solche intensiven Niederschläge werden das Sommer-Wetter der Doppelinsel in Zukunft weiter stark beeinflussen. Generell konnten die Forscher beweisen, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung jedenfalls heute schon deutlich bemerkbar sind.

"Das wärmere Wetter bedingt eine größere Verdunstung. Dies führt zu einer stärkeren Wolkenbildung und zu diesen heftigen Regenfällen", so Bret Mullan, Klimaforscher vom NIWA. Der Experte warnte aber auch davor, dass sich Trockenzonen ebenso weiter ausbreiten. "Das bestärkt die Annahme, dass es zu mehr Extremen kommt", erklärt der Wissenschaftler. Salinger meinte, dass Messungen ergeben haben, dass der Meeresspiegel jährlich um durchschnittlich 1,4 Millimeter in Auckland und um 1,5 Millimeter auf den pazifischen Inseln ansteigt. (pte)

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    foto: nasa/jpl
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