Zyklusplaner oft nicht zuverlässig

16. Dezember 2003, 12:04
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Speichelproben fehlerhaft - Körpertemperatur- Methode liefert genaueres Ergebnis

Heidelberg - Die so genannten Zyklustester zur natürlichen Familienplanung sind häufig sehr unzuverlässig. MedizinerInnen aus Heidelberg und Düsseldorf stellten bei Qualitätsprüfungen der bisher kaum untersuchten Verfahren erhebliche Mängel fest. In der Studie benutzten 62 Frauen drei Monate lang verschiedene Zyklustester. Unabhängig davon wurden die fruchtbaren Tage zuverlässig von ÄrztInnen mit Hilfe von Hormontests und Ultraschalluntersuchungen des Eierstocks festgestellt.

Als besonders unzuverlässig erwiesen sich dabei Minimikroskope, mit deren Hilfe Proben des Speichels und des Gebärmutterhalsschleims untersucht werden. Dieses Verfahren war in mehr als der Hälfte der Fälle unzuverlässig. Hauptmangel: Unfruchtbare Tage wurden zu häufig angezeigt. Relativ akkurat waren dagegen Systeme, die sich auf die Auswertung der Körpertemperatur und der Beobachtungen körperlicher Veränderungen wie des Gebärmutterhalsschleims stützen. Sie zeigten keine falschen negativen Ergebnisse.

Zuverlässige Selbstbeobachtung

"Die Selbstbeobachtung hat sich in unserer Untersuchung als am zuverlässigsten erwiesen", sagt die Heidelberger Medizinerin Petra Frank-Herrmann. Neben Papier und Bleistift stehen an zweiter Stelle in der Sicherheit die Computerthermometer, die die Daten automatisch auswerten. Dagegen produzierten Testsysteme, die den Urin auf Hormone prüfen, zu etwa 20 Prozent falsche negative Ergebnisse. (APA/AP)

  • Muttermund und Fruchtbarkeit
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    Von den Zyklustestern gilt die Temperaturmethode als eine der verlässlichsten
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