ARD-Magazin "Bunte TV" wird nicht fortgesetzt

22. Dezember 2003, 11:22
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Format sei "nicht so gut angenommen worden" - Chefredakteurin Riekel fühlt sich als Bauernopfer

Nur wenige Wochen nach dem Start wird das intern umstrittene Magazin "Bunte TV" bei der ARD wieder eingestellt. "Ich denke, dass wir ein Bauernopfer sind", sagten die Moderatorin und "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel Donnerstag Abend gegenüber der dpa in München. Der Start des Magazins sei genau in die Debatte über die öffentlich-rechtliche Gebührenerhöhung gefallen.

Mit bisher nur vier Sendungen habe es keine Chance gegeben, das Konzept zu Ende auszufeilen. Außerdem sei das Umfeld des Sendeplatzes Freitag Abend schwierig gewesen. Sie sei aber überzeugt, dass es "Bunte TV" auch in Zukunft geben werde, möglicherweise bei einem Privatsender.

Letzte Folge am 19. Dezember

Der Hessische Rundfunk und Burda hatten erklärt, das Format sei von den Zuschauern auf seinem Sendeplatz nicht so gut angenommen worden wie erhofft. Daher werde das Magazin nach Ausstrahlung der sechs für dieses Jahr vereinbarten Folgen nicht fortgesetzt. Die letzte Ausgabe werde am 19. Dezember ausgestrahlt.

Das Magazin war bei einigen ARD-Chefredakteuren auf harte inhaltliche Kritik gestoßen. Der Marktanteil der bisherigen vier Ausgaben lag zwischen 5,8 und 9,5 Prozent und damit unter dem Durchschnitt der ARD-Programme. Riekel betonte, die Sendung habe auch Zuschauer dazugewonnen, die Quote sei nicht so schlecht. "Es sind Zuschauer hängen geblieben."

Negative Kritiken

Die ursprüngliche Planung sah vor, nach der anfangs wöchentlichen Ausstrahlung ab März 2004 eine Ausgabe im Monat ins Programm zu nehmen. In der Sendung besucht Riekel Prominente. Die Kritiken fielen in der Startphase größtenteils negativ aus. "Es gab aber eine große Diskrepanz zwischen der Meinung der Zuschauer und der Meinung der Kritiker", sagte Riekel. Bei der Sendung am Freitag (12. Dezember) trifft Riekel unter anderem Katarina Witt.

Dem Vernehmen nach hatte Burda mit Sat.1 verhandelt, um mit der Sendung zu dem Privatsender zu wechseln. Nach der Ablösung von Sat.1-Chef Martin Hoffmann hatten sich die Gespräche aber erst einmal erledigt. Riekel sagte, sie habe nicht mit Hoffmann gesprochen. Das Team sei auch für andere Sender offen. (APA)

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