Mehrheit der Israelis für einseitigen Abzug

13. Dezember 2003, 10:07
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55 Prozent unterstützen Plan von Sharon-Stellverteter Olmert

Tel Aviv - Eine Mehrheit der Israelis ist für einen einseitigen Abzug der israelischen Armee aus den meisten Palästinensergebieten. Die israelische Zeitung "Jediot Aharonot" veröffentlichte am Freitag eine Umfrage, der zufolge 55 Prozent der Befragten den vom Stellvertreter des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, Ehud Olmert, angeregten Teilrückzug aus den Palästinensergebieten und Teilen Ostjerusalems unterstützen.

62 Prozent meinten, Israel müsse im Rahmen einer endgültigen Friedenslösung die meisten jüdischen Siedlungen räumen. Mit 54 Prozent ist eine Mehrheit für die Bildung einer neuen Koalition aus Sharons Likud, Arbeitspartei und der bürgerlich-säkularen Shinui- Partei. Nach Äußerungen Sharons über mögliche "einseitige Schritte" in den Palästinensergebieten, darunter auch die Räumung von Siedlungen, hatten zwei nationalistische Parteien mit einem Ausscheiden aus der Regierungskoalition gedroht.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei betonte unterdessen in einem Interview mit der Zeitung "Jediot Aharonot", von dem am Vortag bereits Auszüge veröffentlicht worden waren, die Palästinenser würden auf "keinen Millimeter" des Westjordanlands und Gazastreifens verzichten. Olmert hatte klargemacht, dass der einseitige israelische Rückzug nur aus Teilen des Westjordanlands erfolgen soll. (APA/dpa)

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