Unfall mit Schultafel: Achtjähriger weiter in Lebensgefahr

12. Dezember 2003, 15:26
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Zustand des Kindes "sehr kritisch" - 35 Jahre alter Montagefehler ist verjährt

Linz - Nach wie vor in Lebensgefahr schwebte am Donnerstag jener achtjährige Bub, der am Dienstag in einer Volksschule in der Gemeinde Oberwang (Bez. Vöcklabruck) in Oberösterreich von einer Tafel getroffen worden war und dabei schwere Kopfverletzungen erlitten hatte.

Künstlicher Tiefschlaf

Der Zustand des Kindes sei "sehr kritisch", es befinde sich in künstlichem Tiefschlaf, hieß es aus dem Landeskrankenhaus Salzburg. Sollte tatsächlich ein Montagefehler vor 35 Jahren Schuld an dem Unglück gewesen sein, dann "ist der Fall verjährt", erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels.

200 Kilogramm schwere Tafel kippte auf das Kind

Der Unfall ereignete sich in der kleinen Volksschule Riedlbach. Der Bub hatte in der großen Pause die beiden Seitenflügel der Tafel schließen wollen, als sich die Haltedübel lösten, die 200 Kilogramm schwere Tafel nach vorne kippte und den Achtjährigen traf. Volksschuldirektor Ludwig Feitzinger versuchte, sofort Erste Hilfe zu leisten. Er zog den am Kopf stark blutenden Buben unter der Tafel hervor und brachte ihn in stabile Seitenlage. Ansprechbar war das Kind zu diesem Zeitpunkt nicht. Mit dem Rettungshubschrauber wurde der Schüler nach Salzburg geflogen und dort notoperiert.

Tafel war nur im Putz montiert

Ein von der Justiz beauftragter Sachverständiger nahm am Mittwoch eine erste Überprüfung vor, dabei stellte sich heraus, dass die Tafel damals nur im Putz und nicht im Mauerwerk befestigt worden war. Das war bei der letzten Renovierung der Schule im Jahr 1968 gewesen. Ein Verschulden der Schule oder auch der Gemeinde als Schulerhalter liege nicht vor, so der Sachverständige, denn die mangelhafte Montage sei für einen Laien nicht erkennbar gewesen. Außerdem habe der Direktor die Tafel in regelmäßigen Abständen kontrolliert, sagte Wilhelm Waldl, Bürgermeister von Oberwang. (APA)

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